Hechingen / SWP Am Misereor-Sonntag wurden mit einem Gottesdienst in der Stiftskirche und afrikanischen Liedern die beiden Ordensfrauen Seconde und Innocente begrüßt.

Einen Gottesdienst mit afrikanischem Flair in der Stiftskirche und einen vollen Saal beim Solidaritätsessen im katholischen Gemeindehaus erlebte man am Misereor-Sonntag in der katholischen Kirchengemeinde Hechingen.

Neu und einprägsam war das Bild von zwei Schwestern aus Burundi, für die Hechingen einmal zur Wahlheimat werden könnte.

Im Gottesdienst in der Stiftskirche, zelebriert von Pfarrer Knaus und Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer, sorgte eine Spontangruppe des Hechinger Gospelchors mit afrikanischen Liedern für eine weltoffene Stimmung.

Diese wurde noch deutlicher, als Diakon Schäfer die zwei Schwestern der burundischen Ordensgemeinschaft Bene-Tereziya, Seconde und Innocente, in seiner Predigt vorstellte. Sie kommen aus dem von der Gemeinde – und zuletzt auch durch die HZ-Weihnachtsaktion „Gute Taten“ – unterstützten Zachäus-Haus in Burundi. Auf dem langen Weg zu einer Schwesterngemeinschaft in Hechingen waren sie nun das erste Mal in ihrer möglichen Heimatgemeinde.

Es sei das erste Mal, dass es nach „rund 35 Jahren nach dem Weggang der ,Weißen Schwestern’ vom damaligen Hechinger Krankenhaus wieder katholische Schwestern in der Zollernstadt gebe, stellte Diakon Schäfer fest.

Auf Dauer sei geplant, dass die beiden burundischen Schwestern in Hechingen eine Kommunität gründen und hier voraussichtlich im pastoral-seelsorgerischen sowie caritativen Bereich arbeiten werden.

Die beiden Ordensfrauen waren sichtlich bewegt und beeindruckt von der freundlichen Aufnahme.

Wesentlich dazu beigetragen hat Stiftskantor Mario Peters, der für den Willkommens-Gottesdienst nicht nur seinen Gospelchor, sondern auch die Gemeinde zum Mitsingen der ungewohnten Rhythmen aus Afrika bewegen konnte.

Auch beim anschließenden Solidaritätsessen im katholischen Gemeindehaus waren Schwestern Blickfang und Anlaufstation für manche Frage. Einer, der perfekt mit den Französisch sprechenden Ordensfrauen parlieren konnte, war Superior Albert Schrenk vom Missionshaus der Weißen Väter, die seit gut seinem Jahr ihren Alterssitz in Hechingen haben. Schrenk spricht fließend Französisch und stellte sich immer wieder auch als Übersetzer für die anderen Gäste zur Verfügung.

Die Weißen Väter sind Begründer  des Zachäus-Hauses in Burundi, das den Namen des 1987 in Burundi verstorbenen Hechingers und Weißen Vaters Zachäus Knoll trägt. Er hatte den Bau eines Hauses für körperbehinderte Kinder angeregt.

Zur Zeit sind Schwester Seconde, Jahrgang 1974, und die zwölf Jahre jüngere Schwester Innocente (Jahrgang 1986) noch in Freiburg, um Deutsch zu lernen. Das sei schwer und verlange viel Fleiß, sagten sie. Den ersten Kurs haben sie aber eben erfolgreich abgeschlossen.

Erfolgreich war auch das finanzielle Resultat des Solidaritätsessens: 961 Euro gehen nun als Spende an das katholische Hilfswerk Misereor.

Dieser Erfolg geht erneut auf das Konto der tüchtigen Frauen des Missionsausschusses und der Hechinger Kolpingsfamilie, die zusammen für dieses schöne und gesellige Mittagessen gesorgt hatten. Es gab Spaghetti Bolognese und anschließend Kaffee und Kuchen.

1991

wurde  das Zachäus-Haus erbaut.  Es ist für 90 Kinder eine „Oase des Friedens und der Hoffnung“ und wird geleitet von der Ordensgemeinschaft Bene-Tereziya.