Stein Heiraten wie die Römer

Stein / ANDREAS DENGLER 07.08.2012
"Hochzeit in der Römervilla" - unter diesem Motto steht das Römerfest am 18./19. August auf dem Gelände der Villa rustica in Stein. Im Juli gabs dort schon eine "echte" Römerhochzeit.

Alle zwei Jahre lockt das Römerfest auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Stein Tausende große und kleine Besucher an. Neben zahlreichen Darbietungen von Handwerkern und anderen Gruppen, die das Leben auf dem Gutshof in römischer Zeit lebendig werden lassen, ist natürlich auch am Wochenende 18./19. August wieder für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Für das diesjährige Römerfest wurde das Motto "Hochzeit in der Römervilla" gewählt. Die frei erfundene Handlung widmet sich einer konfliktgeladenen Begegnung von Römern und Alamannen im Zusammenhang mit einer geplanten Hochzeit. Es wird Neid, Streit, einen Überfall und Kampfgetümmel geben. Aber am Ende werden sie doch heiraten, der Alamannen-Edle Tagolf und die schöne Römerin Aurelia.

Mitwirkende Gruppen sind unter anderem: Legio I Italica aus Rovigo/Italien, ASK aus Tübingen, Populares Vindelicenses aus Augsburg, Adalar aus der Schweiz, Leg XIII aus dem benachbarten Bisingen, Numerus Brittonum aus Welzheim und andere mehr.

Eine Art Generalprobe für die römische Hochzeit haben der Fördervereinsvorsitzende Gerd Schollian und sein Team schon hinter sich: Mitte Juli haben der gebürtige Steinemer Günter Ruff und seine Frau Petra auf der Villa rustica nach alter römischer Tradition den Bund fürs Leben geschlossen - nachdem sie sich standesamtlich in der Villa Eugenia und vor Gott in der Pfarrkirche St. Luzen das Ja-Wort gegeben hatten.

"Salvete Romanis et Germanis" hatte Gerd Schollian in der Rolle eines römischen Priesters in historischer Toga dem Brautpaar zugerufen - um ihm sodann inmitten der römischen Ruinen den dritten Segen für ihr gemeinsames Eheglück zu erteilen.

Die Braut war ganz in Rot gehüllt. Der rote Schleier und der Kranz aus roten Rosen waren die Insignien einer römischen Braut und sollten das Herdfeuer, ihren künftigen Aufgabenbereich, symbolisieren. Ihr Bräutigam trug zu diesem besonderen Anlass eine festliche Toga.

Der Hintergrund dieser "echten" römischen Hochzeit: Günter Ruff engagiert sich seit vielen Jahren im Förderverein römisches Freilichtmuseum Stein. Er hat dort schon Führungen gemacht und stets gerne mitgeholfen, wenn er gebraucht wurde. Darüber hinaus ist der gebürtige Steinemer ein leidenschaftlicher Musiker - nicht von ungefähr stammte das Hochzeitslied "Ich verspreche dir heute", mit dem das Brautpaar den Tanz auf den Ruinen eröffnete, aus der gemeinsamen Feder der Ruffs. Mit dem Zusammenbinden der beiden rechten Hände war die Ehe von Petra und Günter Ruff besiegelt.

Übrigens: Die Musik der Tanzgruppe und der Musicaltruppe, die beide bei den Römerfesten in Stein auftreten, hat ebenfalls Günter Ruff komponiert.

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