Hechingen / Hardy Kromer  Uhr
Ein Hechinger wurde zu einem Strafbefehl verdonnert, weil er einem ausländischen Mitbürger gegenüber „Adolf Hitler“ gerufen und den Arm zum Hitler-Gruß erhoben haben soll.

Ein polizeibekannter Mann aus der Hechinger Unterstadt sollte am Donnerstagvormittag vor dem Amtsgericht erscheinen. Angeklagt war es wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“. Was dahinter steckt: Laut Anklageschrift soll der Mann auf einem Hechinger Supermarkt-Parkplatz „einer ausländischen Person“ zweimal den Hitler-Gruß gezeigt haben. Den Arm soll der Hechinger in charakteristischer Weise erhoben und dazu noch „Adolf Hitler“ gerufen haben. Der Anlass: Der mutmaßliche Ausländer soll den Mann um eine Geldspende gebeten haben. Auch eine wüste rassistische Beleidigung soll dem Angeklagten über die Lippen gekommen sein.

Zum Verhandlungstermin pünktlich erschienen waren Richter, Protokollantin, Anklagevertreterin und zwei Zeugen. Vergeblich warteten sie allesamt auf den Angeklagten. Am wenigsten verwundert zeigte sich darüber der Polizeibeamte, der zum Tatgeschehen aussagen sollte. Das sei nicht das erste Mal, dass dieser Angeklagte nicht zum Prozess komme, wusste er zu berichten.

Ungeschoren davonkommen soll der mutmaßliche Adolf-Hitler-Grüßer freilich nicht. Per Sitzungsstrafbefehl verhängte Richter Dr. Desmond Weyl auf Antrag der Staatsanwaltschaft 90 Tagessätze à 40 Euro, also 3600 Euro. Sollte der Delinquent diesen Strafbefehl nicht akzeptieren, kommt es im zweiten Anlauf doch noch zu einer mündlichen Verhandlung.