Hechingen Serie: Thomas Mayer sammelt Autogramme

Hechingen / Natascha Kübler 16.04.2018
Knapp 1000 Autogramme besitzt Thomas Mayer aus Hechingen. Seine Sammlung bewahrt er in Ordnern auf.

Wer sich beim Autogrammsammeln jemanden vorstellt, der Promis auflauert, der liegt falsch. Zumindest in Bezug auf Thomas Mayer. Der Hechinger sammelt Autogramme, allerdings geht er im Internet auf die Jagd, nicht auf Gala-Veranstaltungen.

Das Autogramm-Sammeln begann Mayer vor acht Jahren, nachdem er auf einem Flohmarkt in Rottenburg ein Autogrammkarten-Set entdeckt hatte. Eigentlich hielt der 47-Jährige damals nach Briefmarken, Ansichtskarten, Comics – auch sie sammelt der Hechinger – Ausschau. Heute hat Mayer um die 1000 Autogramme.

Was ihn an den Unterschriften reizt? „Damit kann man mit etwas Persönlichem der Stars zu tun haben“, sagt er. Deshalb sind Fälschungen oder gedruckte Unterschriften für den Sammler große Enttäuschungen. Dass er jemandem auf den Leim geht, kommt durchaus immer mal wieder vor. Schließlich kauft Mayer die meisten seiner Autogramme im Internet über Plattformen wie Ebay. Klar ist: „Man kann nicht jedes Autogramm auf Echtheit überprüfen.“ Die gedruckten Unterschriften erkenne man allerdings, genauso wie so manche schlechte Fälschung, meint Mayer.

Seine wertvollsten Autogramme bewahrt Thomas Mayer in einem Bankschließfach auf. Nicht, weil der 47-Jährige Angst hat, dass sie gestohlen werden, sondern weil er befürchtet, dass es Mal brennen könnte. Weggeschlossen ist unter anderem eine Unterschrift von Walt Disney. Autogramme von bereits Verstorbenen wie Disney sind teuer, da sie seltener sind. Für eine Unterschrift von Charles Chaplin stehe er gerade in Verhandlungen, berichtet Mayer. Sie soll um die 1000 Euro kosten.

Thomas Mayer sammelt zwar begeistert, sieht das Hobby aber durchaus kritisch. „Es ist mehr wie eine Sucht“, sagt er. Es gebe Sammler, die es einfach übertreiben würden – „und da gehöre ich dazu“. Seine Leidenschaft habe ihm sein Vater „in die Wiege gelegt“. Der sammelte Milchkännchen (zuletzt waren es 500 Stück), Briefmarken und Münzen. „Man darf das Sammeln nicht als Wertanlage sehen“, meint Mayer resigniert. Ihm sei durchaus bewusst, dass er das Geld, das er in seine Sammlungen stecke, nie wieder herausbekomme.

Anfragen per Post

„Manchmal ist man glücklich, manchmal ist man traurig“, berichtet er. Denn wenn man fünf Jahre versucht habe, ein Autogramm zu bekommen, und es endlich klappe, dann müsse man sich schließlich wieder etwas Neues suchen. Die „Jagd“ gehe von vorne los.

Die meisten seiner Autogramme bewahrt der Hechinger in Ordnern auf, sortiert nach „Genres“ wie Schauspieler, Musiker, Sportler. Einmal im Jahr hole er seine Ordner heraus, blättere darin, berichtet  Mayer. Und natürlich, wenn ein neues Autogramm dazukommt und einsortiert werden muss.

Neben Plattformen wie Ebay sind Quellen oft die Berühmtheiten selbst. Sie schreibt Mayer per Brief an und bittet um ein Autogramm – von vielen kommt darauf auch tatsächlich eines zurück. Gerade ist Thomas Mayer indes dabei, seine Ordner neu zu sortieren und kleine Sets zusammenzustellen: So hat er eine Kategorie, in der sich nur Schauspieler der ARD-Fernsehserie „Großstadtrevier“ finden. Jeweils auf einer Seite wird die Unterschrift eingeklebt, dazu erstellt Mayer einen Steckbrief zu der Person.

Kylie Minogue, Inger Nilsson, Heinz Rühmann, die Queen, Udo Jürgens und viele viele mehr: Mayers Sammlung sind lediglich finanzielle Grenzen gesetzt, ansonsten meint der Hechinger: „Man sucht immer noch nach einem besseren Autogramm.“

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