Jungingen / SWP  Uhr

Aberdeen-Angus und Wagyu – um diese beiden edlen Rinderrassen dreht sich alles auf dem Junginger Vornagelhof. Der Familienbetrieb ist weit über die Grenzen der Region hinaus für seine Rinderzucht bekannt. Auf Einladung des Hechinger FDP-Vorsitzenden Daniel Idelmann und Andreas Glück, Vizefraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Landtag von Baden-Württemberg, ließen es sich rund 20 Teilnehmer nicht entgehen, einen Blick hinter die Kulissen des Betriebs zu werfen. Mit dabei waren auch die beiden FDP-Bundestagskandidaten Christopher Gohl (Tübingen-Hechingen) und Dirk Mrotzeck (Zollernalb-Sigmaringen).

Seit rund 40 Jahren züchtet die Familie Junck die schwarzen Rinder am Fuße des Hohenzollern. Im Jahr 1978 kamen die ersten Aberdeen-Angusrinder auf den Vornagelhof. Zu der ursprünglich aus Schottland stammenden Rasse kam später die japanische Rasse Wagyu hinzu, erklärte Agrarwissenschaftler Dr. Benjamin Junck. Heute leben etwa 120 Kühe auf dem Vornagelhof. Dazu kommen fünf Angus- und drei Wagyubullen. „Bei uns hat jede Kuh und jeder Bulle einen Vornamen, der wird meist von der Mutter auf die Tochter oder vom Vater auf den Sohn vererbt. Jedes Tier hat auch seinen eigenen Charakter. Die allermeisten Aberdeen-Angus- und Wagyurinder sind sehr sanftmütig“, erklärte Junck.

Mit viel Herzblut, Aufwand und Engagement kümmern sich Familie Junck und ihre Mitarbeiter um die Rinder. Die meiste Zeit verbringen die Tiere auf den Weiden rund um den Hof. Ein Großteil des Futters wird selbst angebaut. Wer auf dem Vornagelhof allerdings nach Milchkühen sucht, wird nicht fündig werden. Stattdessen liegt der Schwerpunkt klar auf der Zucht und dem Verkauf der Zuchttiere. „Wir verkaufen unsere Rinder nach ganz Deutschland und ganz Europa. Die Genetik von unserem Hof wird überall auf der Welt eingesetzt“, erklärte Seniorchef Peter Junck. Das Nebenstandbein ist die Direktvermarktung. Direkt auf dem Hof können die Kunden von September bis Mai dreierlei Sorten Fleisch erhalten: Angus, Wagyu sowie eine Kreuzung der beiden Rassen.

Ein offenes Ohr hatten die Freien Demokraten auch für Themen, bei denen der Schuh drückt. „Vor allem die zunehmende Bürokratie macht uns die alltägliche Arbeit schwer“, berichtete Junck. Zudem sei in der Landwirtschaft und Rinderzucht die Forschung und Entwicklung wichtig. Das dürfe keinesfalls vergessen werden.