Hechingen / Ste  Uhr
Die Ex-Freundin eines Angeklagten hat im Berufungsprozess des geplanten Rachefeldzugs nach dem Mord an Umut K. ausgesagt.

Die Fortsetzung des wieder aufgerollten „Blutrache-Prozesses“ ergab am Freitag neue Erkenntnisse. Dank der Liveschaltung in einen lettischen Gerichtssaal war es dem Landgericht Hechingen möglich, eine junge Frau, die Ex-Freundin eines Angeklagten, zu befragen.

Die Frau, die wegen ihres teilweise aggressiven Ex-Freundes – der auch Vater ihres 18 Monate alten Kindes ist – nach Lettland ausgewandert war, belastete die angeklagten Männer schwer. Demnach schmiedeten die beiden, nachdem der Mörder von Umut K. verurteilt wurde, Pläne, wie man an Waffen kommen könnte und den Täter im Gefängnis umbringen könnte.

Von einem Bekannten habe der Ex-Freund der Angeklagten von dem Blutrache-Prozess erfahren. Dem Bruder des Ermordeten bot dieser dann an, Waffen wie eine Sniper, Handgranaten und einen Flammenwerfer zu besorgen, sagte die Zeugin aus. Ihr Ex-Freund habe dem Mann auch einen Zettel ausgehändigt, auf dem womöglich noch mehr Tatwaffen standen. Über dessen Inhalt vermochte die Zeugin aber nichts zu sagen.

Letztendlich sei es daran gescheitert, dass der Bruder des Ermordeten lediglich 300 Euro aufbrachte und nicht die vom Ex-Freund der Angeklagten geforderte Summe von 3000 Euro für den Waffenkauf auftrieb.

Die Angeklagten machten während des Berufungsprozesses keine Angaben zu dem Vorfall. Die Verteidiger stellten am Freitagmittag aber vier Beweisanträge, um die Unglaubwürdigkeit der Zeugin aus Lettland zu untermauern.

Die Urteilsverkündung verzögert sich daher. Der erneute „Blutrache-Prozess“ wird daher am 8. sowie 12. Juli um jeweils 8.30 Uhr fortgesetzt.