Nicht Welten… „Galaxien liegen zwischen dem alten und dem neuen Betriebshof“, freute sich Stadtwerkechef Reinhold Dieringer am Sonntagvormittag anlässlich dessen offizieller Inbetriebnahme, verbunden mit einem Tag der offenen Tür. Daran teilhaben wollten zahlreiche Hechinger, die während des Festakts reich von der Sonne beschienen wurden.

So wusste Reinhold Dieringer denn auch, dass der Wettergott ein „Stadtwerkegott“ sei – nachdem zu Beginn Bürgermeister Philipp Hahn die Überzeugung vertreten hatte, dass der Wettergott ein Betriebshofmitarbeiter sein müsse. Sei’s drum. Hahn wie Dieringer freuten sich unbändig über den Neubau auf dem Gelände der Stadtwerke in der Alten Rottenburger Straße.

Den zukünftigen Anforderungen gerecht

Der Hechinger Bürgermeister hatte den Reigen der Grußredner eröffnet. Rückblickend nannte er den alten Bauhof „schlicht nicht mehr zumutbar“ – weder den Mitarbeitern noch den Anwohnern. Am neuen Standort sei nun „das Optimum geschaffen“ worden, wofür sein Dank an erster Stelle Architekt Wolfram Golias und dessen Team galt. Funktional und den Arbeitsabläufen angemessen präsentiere sich das neue Domizil. Somit könne der Betriebshof zukünftig den an ihn gerichteten Anforderungen in Hechingen und den Stadtteilen umfassend gerecht werden.

Berücksichtigung im Wirtschaftsplan 2020

Und weil dessen Aufgaben immer mehr würden, gleichzeitig aber die Zahl der Mitarbeiter stagniere, ließ Bürgermeister Hahn wissen, dass aktuell ein Wirtschaftsplan für 2020 entworfen werde, der genau dem Abhilfe schaffen soll – vorrangig für die Bereiche Stadtreinigung und Grünpflege. Der Rathauschef: „Wir brauchen mehr Personal, um den Standard halten zu können.“

Lob für den Architekten Golias gab es auch von Betriebsleiter Dieringer. Dieser sei in den vergangenen 19 Monaten Bauzeit nicht nur täglich, sondern im Bedarfsfall vier bis fünf Mal am Tag auf der Baustelle gewesen. Das habe kurze Entscheidungsfindungen ermöglicht und etwaige Probleme minimiert. In seiner Beschreibung des neuen Betriebshofs hob Dieringer auf dessen zukunftsorientierte Ausrichtung ab.

Dem ökologischen Gedanken sei umfassend Rechnung getragen worden, zum Beispiel eine Co2-freie Wärmeversorgung ein Muss gewesen.  Des Weiteren sei es Anspruch gewesen, so wenig Regenwasser wie möglich auf die Kläranlage führen zu müssen, also habe man einen 150 Kubikmeter fassenden Wassertank eingebaut. Mit dem Wasser würden unter anderem die Fahrzeuge des Betriebshofs gewaschen, aber natürlich auch die Grünanlagen der Stadt gegossen.

Jederzeit erweiterbar – Pfarrer segnet neues Domizil

Die Neubauten seien statisch so angelegt, dass man jederzeit erweitern, erneuern und auch aufstocken könne. In Trockenbauweise seien zudem nur wenig Tragwände eingebaut worden. Damit sei gewährleistet, dass sich der Hechinger Betriebshof „auch in 40 Jahren noch optimal betreiben lässt“.

Gesegnet und geweiht wurde das neue Domizil der insgesamt 31 Betriebshofmitarbeiter von den Pfarrern Horst Jungbauer und Michael Knaus. Der evangelische Geistliche  sagte: „Mögen Sie gesegnet sein im Dienste unserer Stadt“ und „möge das Team gesegnet sein mit einem guten Betriebsklima“. Gemeinsam wurde das Vaterunser gebetet und das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ angestimmt. Am Ende des Festakts stand schließlich die symbolische Schlüsselübergabe durch Architekt Wolfram Golias an Heiko Ewert, den Leiter des städtischen Betriebshofs.

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Große Projekte in kurzer Zeit gestemmt


Mit Stolz erfüllte Bürgermeister Philipp Hahn, im Rahmen der offiziellen Inbetriebnahme des Betriebshofs – immerhin 6,3 Millionen Euro teuer – auf weitere städtische Projekte verweisen zu können, die in den vergangenen zwei Jahren ihrer Bestimmung übergeben werden konnten: unter anderem die neue Mensa (3,1 Millionen Euro), die modernisierte Sportstätte Weiher (1,55 Millionen Euro), das neue Hallenbad (zehn Millionen Euro).