Traditionsgemäß wurde der Festsonntag beim großen Ringtreffen in Schlatt mit einer Narrenmesse in der St. Dionysiuskirche eröffnet. Alle Narren waren im Häs erschienen und füllten das Gotteshaus nahezu bis auf den letzten Platz. Und, um es gleich vorweg zu sagen, eine Narrenmesse wird es wohl so noch nie gegeben haben. Wie Pfarrer Michael Knaus und Diakon Ralf Rötzel die Heilige Messe zelebrierten, ließ das Narrenherz vor Freude springen. Evangelium und Predigt wurden von der „guten alten Kanzel herunter“ gehalten und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Manfred Oks, selbst Uhu-Mitglied, unterbrach Pfarrer Knaus während der Predigt immer wieder, um ihn zu berichtigen, solange bis ihn der Geistliche selbst auf die Kanzel bat.

Zum Schluss nochmals eine Premiere in Schlatt: Nach dem Segen gab es beim Auszug anstatt Weihwasser Konfetti in Massen. Schließlich wurde jeder Gottesdienstbesucher mit Handschlag vor der Kirche verabschiedet. Die Heilige Messe kam so supergut an, dass es für die beiden Geistlichen Standing Ovations gab.

Richtig voll war anschließend auch die Festhalle beim Zunftmeisterempfang. Darüber könnte man Bände schreiben, denn jeder Redner hatte etwas Uriges, Witziges, Passendes oder Gereimtes mitgebracht. Zunftmeister Martin Haug begrüßte viele, viele Ehrengäste, darunter Dr. Martin Rosemann (MdB), Karl-Wilhelm Röhm (MdL), Landrat Günther-Martin Pauli, Bürgermeister Philipp Hahn, Ortsvorsteher Jürgen Schuler, Ringpräsident Walter Sieber samt Ringpräsidium, Ehrenringpräsident Karl Uttenweiler, zahlreiche Präsidenten befreundeter Narrenringe, etliche Ehrennarren und nicht zuletzt die Zunftmeister der Ringzünfte.

Ein Höhepunkt des Empfangs war die Übergabe eines Uhu-Häs an Bürgermeister Philipp Hahn. Alles Sträuben half nichts, Hahn musste sein Hexenhäs ab- und unter dem Beifall der Anwesenden das Uhu-Häs anlegen. Am Ende stellte der Ringpräsident fest: „Hechingen hat jetzt einen Hahn, der fliegen kann!“ Tosender Applaus brandete durch die Halle. Und Bürgermeister Philipp Hahn versicherte, dass er den 41. Ringumzug als waschechter Uhu mitlaufen wird.

Für die Schlatter Uhus gab es dann noch für die 33 Jahre währenden Verdienste um das schwäbisch-alemannische Fasnetsbrauchtum eine Ehrenurkunde vom Narrenfreundschaftsring Zollern-Alb. Dann wurden die eigens für dieses Ringtreffen und den 33. Zunftgeburtstag angefertigten Ringorden verteilt. Diese zeigen das Schlatter Kleinod, die Friedhofskirche mit Ries und Uhuloch sowie Wilderer, Uhu und Fanfarenzugspieler.

Nicht versäumen wollte man im Lager der Uhus auch die Ehrung der Gründungsmitglieder, die vor 33 Jahren „den Grundstein für die Ausrichtung dieses Ringtreffens“ gelegt haben, wie Zunftmeister Martin Haug feststelle. Auch sie erhielten den Ringorden aus den Händen von Zunftmeister Martin Haug und Ehrenzunftmeister Edgar Eberle.

Bei Fleischküchle und Kartoffelsalat fand dann noch eine Stärkung für den bevorstehenden Ringumzug statt.