Mitreißende Trommeln, die zum Lobpreis Gottes  erklingen, Tänze voller Lebensfreude und nicht zuletzt zahlreiche Menschen, die sich dem fernen Burundi im Herzen ganz nahe fühlen: All das war am Sonntag Teil eines ganz besonderen, von Stadtpfarrer Michael Knaus, dem Weißen Vater Pater Heinrich Oesterle und Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer zelebrieren Gottesdienstes in der Hechinger Stiftskirche.

Die große Kirche im Blick

Anlass dafür war das 25-jährige Bestehen des Zachäus-Hauses in Gitega/Burundi, das körperbehinderten Kindern und Jugendlichen ein Heim bietet und ihnen – auch mit Hilfe vieler Hechinger – neue Lebensperspektiven eröffnet. Die enge partnerschaftliche Verbindung zwischen der Kirchengemeinde St. Luzius und dem Zachäus-Haus ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz des Ausschusses „Mission Eine Welt“ zu verdanken. Dieser nehme, wie Stadtpfarrer Knaus anerkennend hervorhob, durch sein Wirken „die große, weltweite Kirche in den Blick“ und schlage so eine Brücke zwischen den Menschen.

Wenn in Afrika Gottesdienst gefeiert wird, darf eines natürlich nicht fehlen: ganz viel Musik. In der Stiftskirche sorgte dafür die Gruppe „Bagoma“ aus Reutlingen, die unter der Leitung von Francis Ssentumbwe auf ostafrikanischen Trommeln musizierte, während Susanne Mayer als Organistin auftrat. Trommeln und Orgel gemeinsam – ein wunderbares Symbol für die Partnerschaft zwischen Hechingen und Burundi.

6000 Kilometer Luftlinie

„6000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen uns, und doch fühlen wir uns eng verbunden“, unterstrich Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer in seiner Predigt. In 25 Jahren habe man viel Gutes bewirken können und Menschen Hilfe gebracht, denen sonst keiner helfe. Viele Hechinger hätten mit ihren Spenden dazu beigetragen. „Hunderten von behinderten Kindern wurde so bereits eine Perspektive für ihr Leben eröffnet.“ Das Zachäus-Haus, das auf Pater Zachäus Knoll zurückgeht, sei ein kleiner Mosaikstein des Friedens und der Gerechtigkeit in einer oft friedlosen und ungerechten Welt. Dass es in einer Gesellschaft, „die immer mehr von rein ökonomischem Denken bestimmt ist“, dennoch viele Menschen gebe, die Nächstenliebe leben, gebe allen Grund zur Freude, so der Diakon.

„Grüß Gott Burundi“

Gleich im Anschluss an den Gottesdienst wurde in der Stiftskirche eine Ausstellung des Landes Baden-Württemberg eröffnet, die den Titel „Amahoro Burundi“ („Grüß Gott Burundi“) trägt. Knapp 20 Tafeln machen darin mit dem afrikanischen Land vertraut, ergänzt von vier Tafeln, auf denen der Missionsausschuss die Arbeit des Zachäus-Hauses vorstellt.

Bürgermeister ist Schirmherr

Philipp Hahn rückte die prekäre politische Situation und die große Not im bettelarmen Burundi in den Blickpunkt. „Es ist kaum vorstellbar, wie schwierig die Lage dort für körperbehinderte Kinder sein muss“, gab er zu bedenken. Der unglaubliche Überfluss, der vielerorts in Deutschland herrsche, sei dort undenkbar. Der Dank des Bürgermeisters galt allen Unterstützern des Zachäus-Hauses, allen voran natürlich dem Missionsausschuss, an dessen Vertreter Dr. Karl Heinz Schäfer er eine Jubiläumstafel überreichte.

Partnerschaft auf Augenhöhe

Philipp Keil, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, informierte darüber, wie das enge Band zwischen Burundi und dem Land Baden-Württemberg entstanden ist. „Burundi ist eines der ärmsten Länder dieser Erde, unsere burundischen Freunde brauchen uns“, betonte er. Wichtig sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die von Akzeptanz getragen sei. Wer das afrikanische Land kennenlerne, werde schnell von ihm gepackt. „Bleiben sie der Partnerschaft treu und machen sie weiter so“, gab er den Hechingern mit auf den Weg. Ein kleiner Stehempfang schloss sich der Ausstellungseröffnung an.

Info Die Ausstellung „Amahoro Burundi“ ist noch bis zum 13. Oktober in der Hechinger Stiftskirche zu sehen.

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