Hechingen Hauswirtschaft ist so viel mehr als putzen

Diese ausgebildeten Hauswirtschafterinnen – von links: Silke Schlaich, Antje Schlegel, Rosemarie Dürr und Katharina Schmidt – garantieren den erfolgreichen Betrieb der Häuser St. Elisabeth und Marienheim in Hechingen sowie St. Josef in Haigerloch.
Diese ausgebildeten Hauswirtschafterinnen – von links: Silke Schlaich, Antje Schlegel, Rosemarie Dürr und Katharina Schmidt – garantieren den erfolgreichen Betrieb der Häuser St. Elisabeth und Marienheim in Hechingen sowie St. Josef in Haigerloch. © Foto: Sabine Hegele
Hechingen / Von Sabine Hegele 17.03.2018
Zum Welttag der Hauswirtschaft gewährt die Stiftung St. Elisabeth in ihren Häusern Einblicke in die Praxis.

In der qualifizierten Pflege sind die drei Häuser der Stiftung St. Elisabeth – das Marienheim und St. Elisabeth in Hechingen sowie St. Josef in ­Haigerloch – sehr gut aufgestellt – und das schon seit Jahrzehnten. 70 Prozent der zirka 235 Beschäftigten sind ausgebildete Fachkräfte, schon mit 50 Prozent wäre das Soll erfüllt.

Gleiches gilt noch für den Bereich Hauswirtschaft: Er zählt 61 Mitarbeiter, wobei die Leitung in allen drei Häusern in der Verantwortung ausgebildeter Hauswirtschafterinnen liegt, die dazu ebenso qualifizierte Stellvertreterinnen haben. Mit Antje Schlegel (Marienheim) und Silke Schlaich (St. Elisabeth) hat die Stiftung gar zwei ausgebildete Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen in ihren Reihen. Probleme geben könnte es, wenn absehbar diverse ungelernte (aber kompetente) Kräfte in den Ruhestand treten. Denn: Die Tätigkeit als Hauswirtschafterin scheint nicht ­besonders attraktiv zu sein. Stiftungsvorstand Martin Bummer am Freitagmorgen im Rahmen eines Pressegesprächs: „Wir haben jüngst ungelernte Kräfte gesucht und zum Glück auch gefunden. Aber die Suche war mühselig.“

Dabei, machen Bummer und die Hauswirtschafterinnen Silke Schlaich, Katharina Schmidt, Antje Schlegel und Rosemarie Dürr deutlich: Die Hauswirtschaft ist so viel mehr als putzen! Natürlich falle in diesen Bereich das Reinigen der Räumlichkeiten, das ­Wäschewaschen und die Verantwortung für gute Mahlzeiten. ­Darüber hinaus jedoch gelte es, mit den Heimbewohnern  kommunizieren zu können, an ihrer Betreuung teilzuhaben – und ­ihnen ein schönes Wohnumfeld zu schaffen. Ein gutes – aktuelles – Beispiel dafür: In St. Elisabeth hat der ­Osterhase in der Dekoration sehr ansprechend Einzug gehalten.

Martin Bummer bringt es auf den Punkt: Die drei Häuser der Stiftung St. Elisabeth sind auch deshalb so „erfolgreich“, „weil bei uns die Rahmenbedingungen stimmen“, das „Drumherum um die Pflege“. Dafür werde viel getan, doch sei es angezeigt, den Bereich der Hauswirtschaft „durch Fachlichkeit weiter aufzuwerten“. In diesem Zusammenhang bemerkenswert: Aktuell befindet sich zollernalbkreisweit nur eine einzige Hauswirtschafterin in der Ausbildung – und das in den ­beiden Hechinger Einrichtungen St. Elisabeth und Marienheim. Den schulischen Teil ihrer Ausbildung absolviert sie in Reutlingen – nur dort wird dieses Fach gelehrt.

Zurück zur „Fachlichkeit“: Aus Anlass des Welttags der Hauswirtschaft am 21. März gewährt die Stiftung St. Elisabeth am Donnerstag, 22. März, praktische Einblicke in allen drei Häusern. In St. Elisabeth heißt es ab 14.30 Uhr „Einblicke hinter die Küchentüre – Wo kommen denn täglich die 95 Liter Suppe her?“, im Marienheim heißt es ab 14 Uhr „Hausreinigung ist mehr als putzen – Zimmer mit Bad mal 60 – wie professionelle Reinigung das schafft“ und in St. Josef in Haigerloch ab 14 Uhr „Wäscheversorgung im Pflegeheim – Wie die Socke wieder ihren Besitzer findet“.

Sich kundig zu machen sind alle Intereressierten ganz unverbindlich eingeladen. Und natürlich würden die Verantwortlichen über einen hohen Zuspruch freuen. Am Ende des offiziellen Teils steht ein Zusammensein bei Kaffee und Kuchen, um die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen miteinander zu besprechen und noch offene Fragen zu beantworten.

Bereits am Mittwoch, dem Welttag der Hauswirtschaft, findet in St. Elisabeth eine (interne) Fortbildung für hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte  statt. Veranstalter sind die Landkreise Zollernalb, Reutlingen und Tübingen. Das Thema lautet: „Personalnotstand in der Hauswirtschaft – Wie gehe ich damit um?“ Referent ist der anerkannte Fachmann Ralf Klöber.

Die Tagung soll praktische Lösungsansätze aus den Bereichen Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung und -förderung sowie Personaleinsatzplanung liefern, um der Problematik Personalmangel aktiv zu begegnen.

Der Referent Ralf Klöber

Ralf Klöber hat den Beruf des Kochs erlernt und viele Jahre in der Gemeinschaftsverpflegung Praxiserfahrung gesammelt. Als Absolvent der Hotelfachschule Heidelberg hat er die Qualifikation Betriebswirt für das Hotel- und Gaststättengewerbe erworben. Weitere sechs Jahre war er als Restaurant- und Küchenleiter in der Gemeinschaftsgastronomie tätig.

Mit einer Ausbildung zum Personaltrainer ist er seit 1989 in der Erwachsenenbildung tätig. Seit über 20 Jahren ist er selbstständiger Berater und Trainer mit den Schwerpunkten Lebensmittelhygiene, kundenbewusstes Handeln in Dienstleistungsunternehmen, Demenz, Verpflegung und zielgruppenspezifische Kommunikation.

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