Rangendingen Harfe in ihrer frühesten Form

Die Harfenistin Atsuko Sawada Kleinmann wird in einem exquisiten Konzert am Samstagabend in der Rangendinger Klosterkirche ein außergewöhnliches Instrument vorstellen: die Rekonstruktion einer Harfe aus der Zeit der Hildegard von Bingen.
Die Harfenistin Atsuko Sawada Kleinmann wird in einem exquisiten Konzert am Samstagabend in der Rangendinger Klosterkirche ein außergewöhnliches Instrument vorstellen: die Rekonstruktion einer Harfe aus der Zeit der Hildegard von Bingen. © Foto: privat
Rangendingen / Andrea Spatzal 21.06.2018

Wie in den vergangenen Jahren findet an diesem Wochenende, 22. bis 24. Juni der 6. Spielkurs für historische Harfen, im Schmiederhof in Rangendingen statt. Der Kurs ist wieder klein, aber fein: maximal vier bis sechs in drei Gruppen werden die Spielweise historischer Harfen lernen und vertiefen.

Atsuko Sawada Kleinmann aus Rangendingen wird die Anfänger für Romanisch- und Gotische Harfe unterrichten, Claire Piganiol aus Frankreich wird die fortgeschritten Musiker auf der Gotischen- und Renaissance-Harfe unterrichten und Monika Mandelartz aus Hamburg unterrichtet Arpa Doppia und dreireihige Barockharfe.

Organisiert wird der Kurs von Harfenbauer Eric Kleinmann aus Rangendingen.

Konzert in der Klosterkirche

Am Samstagabend, 23. Juni, um 19.30 Uhr gibt es in der Klosterkirche Rangendingen ein Konzert des Ensembles „Akanthus et Lilium“, bestehend aus den Kursleitern. Dargeboten wird Alte Musik aus Mittelalter und Renaissance. Außer Harfen werden auch andere Instrumente zum Einsatz kommen: Organetto/Mittelalterorgel, Hackbrett und Flöte sowie auch Gesang.

Dieses Jahr wird es noch eine Besonderheit beim Konzert geben: Atsuko Kleinmann spielt auf einer Rekonstruktion einer „Angelsächsischen Harfe“. Das ist die früheste Harfenform, die es in Mitteleuropa gab, ab 1040 nach Christus – also eine Harfe aus der Zeit von Hildegard von Bingen.

Das Vorbild des Instruments gibt es auf einer Abbildung im „Tiberius Psalter“, einer mittelalterlichen Handschrift, die in England aufbewahrt wird. Es gibt außerdem noch einige weitere Abbildungen zu diesem Instrumententyp, der im vorwiegend im „Angelsächsischen Bereich“ also England Frankreich, eben westlich des Rhein verbreitet war.

Die Rekonstruktion des Instruments wurde für ein Festival in Dales nahe York, England, gefertigt und wird dort in einem Konzert im September vorgestellt.

Der Spielkurs im Schmiederhof beginnt am Freitag ab etwa 17 Uhr mit der Anreise der Teilnehmer, die wie immer aus ganz Deutschland und benachbarten Ländern nach Rangendingen kommen. Am Sonntag um die Mittagszeit werden sie wieder abreisen. Am Samstagnachmittag wird eine der Gruppen aus dem Spielkurs, wie schon im vergangenen Jahr, wieder im Mittelalterhaus in Bodelshausen zu Gast sein.

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Spielkurse für historische Harfen hat das Ehepaar Kleinmann bereits organisiert. Das Angebot in dieser Qualität hat Seltenheitswert und spricht Musiker aus ganz Europa an.

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