Die Schülerinnen und Schüler der Ausbildungsgänge Ergotherapie und Arbeitserziehung an den Medischulen Balingen durften sich mit der Haigerlocher Weberin Sibylle Weber an den Webstuhl setzen und dieses besondere Handwerk kennenlernen.

Eigentlich mehr eine Kunst

Aufgrund der Pandemie wurden die Klassen so geteilt, dass maximal zehn Schülerinnen und Schüler am jeweiligen Projekt teilnehmen konnten. Dass eine Kleingruppe nicht nur ein Nachteil sein muss, zeigte sich im Kontakt mit Sibylle Weber: Sie zeigte den Anwesenden das Besondere des Handwerks, das eigentlich schon eine Kunst für sich ist. Die unterschiedlichen Webtechniken wurden ausprobiert. Die Weberin wusste so einiges zu berichten: „Manchmal geht es 1000-fach hin und her“, erzählt die Weberin.
Das Weben am Webstuhl ist einer von vielen Schritten, die getan werden müssen, bevor man sich den Schal um den Hals legen kann. Nach Einweisung in die Technik kamen den Teilnehmern unweigerlich die Gedanken: „So viele Fäden, so viele Möglichkeiten.“
Neben der Vermittlung des handwerklichen Geschickes ging es auch um die didaktisch-methodische Vermittlung: Wie leite ich später als Therapeutin meine Patienten an? Wie finde ich Interessen heraus? Wie greife ich Bedürfnisse auf und wie kann ich Menschen mit Beeinträchtigungen trotzdem ermöglichen, teilzuhaben, tätig zu sein und autonom Sinnvolles zu gestalten? Sibylle Weber berichtete von eigenen Erfahrungen im thera-
peutischen Setting.
Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Referentin und dem Inhalt des Dargebotenen. In heiterer Atmosphäre entstanden schöne Dinge, die einige Schülerinnen zu der Überlegung verleitet haben, sich weiter diesem Handwerk zu widmen.

Info Sibylle Weber hat an Ostern 2014 im früheren Bolz-Gebäude in Haigerloch eine Schauwerkstatt namens „Frau Weber webt“ eröffnet. Die gelernte Handweberin übt seit über 25 Jahren sie das Handwerk des Webens und der angewandten Kunst aus.

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