Trotz diverser Konkurrenzveranstaltungen recht gut besucht war das Halloween-Rockkonzert in der Nacht auf Freitag in der Hechinger Diskothek Wom. Immer wieder sah man originell und meist schaurig-schön kostümierte und geschminkte Gestalten. Im Mittelpunkt standen aber die beiden Bands, die bekannte Balinger Combo „Human Zoo“, vorwiegend mit eigenen Songs, und das Killertäler Sextett „Sixx“, das sich meist den Songs von Status Quo widmete.

Human Zoo: „Raise your Hands!“

Den Anfang machten die Jungs von „Human Zoo“, die sich freuten, mal wieder in der Gegend auftreten zu dürfen. Nach vielen Konzerten im Zollernalbkreis in der Vergangenheit hatte man sich laut Aussage der Bandmitglieder in jüngerer Zeit bewusst etwas rarer gemacht. Umso größer war die Freude der Fans über den Auftritt der Balinger Hardrocker im Wom. Diese forderten mit dem gleichnamigen ersten Stück ihre Anhänger auf: „Raise your Hands“. Und sie deuteten beim zweiten Song an, dass es an diesem Abend nur in „One Direction“ gehen würde, nämlich in Richtung kerniger, „fetter“, teils mächtig groovender oder erdiger Hardrockmusik, wobei natürlich die mitsingbaren Melodien nicht fehlen durften. „The Answer“ war, wie die Vorgänger, noch im Midtempobereich angesiedelt, bei „Bitch“ wurde dagegen schon etwas mehr Gas gegeben. Dann fuhr ein fiktiver „Love Train“ über die Bühne, wo Sänger Thomas Seeburger den „Rebel Yell“ quasi durchs Wom brüllte und dafür sorgte, dass der Abend „A Day to Remember“ wurde.

Bei „Love Train“ trat die Band wieder etwas mehr aufs Gaspedal, bei „Rebel Yell“, im Original von Billy Idol, sang das Publikum begeistert mit und tanzte oder hüpfte umher, und die gefühlvoll, emotional intonierte Ballade „A Day To Remember“ berührte sicher viele der Fans, auch aufgrund der Saxofoneinlagen von Boris Matakovic, der bei vielen Songs seine Fähigkeiten unter Beweis stellte. Diesem melancholisch angehauchten Titel folgte mit „My own Illusion“ ein Song mit so genannten Stampfer-Qualitäten, und beim vom Tempo her ähnlich gehaltenen „Rock your Town“ fungierte Seeburger als Einheizer und ließ das Publikum diverse Passagen alleine singen.

Die Menge ist „on fire“

Etwas treibender – vor allem auch von den Drums her – kam „Communicate“ daher, das mit einem tollen, filigranen Gitarrensolo versetzt war und die Meute zum Mitklatschen animierte. Dem fetzigen, groovenden „Taste like Sugar“ folgte die zweite Ballade des Abends, schöne Keyboard-Elemente zu Beginn und traumhafter Refrain inbegriffen. Die Fans der Combo ließen ihre Lieblinge hier nicht „In the Rain“ stehen und sangen teils inbrünstig mit, so dass die Musiker anschließend der Meute applaudierten. Es folgte, fast schon logisch, der vielleicht bekannteste Titel von „Human Zoo“, „Over the Horizon“, wobei sich bei dieser Bandhymne bedächtiger Gesang, groovende Passagen und peppige oder gar brettharte Elemente abwechselten. Unter den Zugaben befanden sich der Whitesnake-Hit „Here I go again“ und der Powersong „Crowd’s on Fire“. Insgesamt zeigte sich die Band bei ihrem energiegeladenen Auftritt sehr spielfreudig.

„Sixx“ bringt Status-Quo-Hits

Da wollte sich die Status- Quo-Tribute-Band „Sixx“ natürlich nicht lumpen lassen und demonstrierte ihre Leidenschaft für die Musik der britischen Rocklegenden aufs Eindrucksvollste, so dass auf der Fläche vor der Bühne ständig begeistert und auf vielfältige Weise zu den Songs getanzt wurde. Der „Sechser“ besang zu Beginn die legendäre Quo-„Caroline“, versah das treibende, groovende „Paper Plane“ mit einem famosen Gitarrensolo, und beim bekannten „The Wanderer“ ließen sich im Publikum einige sogar zu einer Freestyle-Einlage animieren, einem Formationstanz aus den 1990er-Jahren. Beim lässig-fetzigen „What you’re Proposing“ griff auch der Sänger zur Gitarre, und bei „Down Down“ wurde ziemlich auf die Tube gedrückt, das Publikum tanzte natürlich wieder und klatschte teils begeistert mit.

Der zweite Act des Abends ließ sein Publikum ebenfalls einmal einige Stellen alleine singen, und zu den zum Teil druckvollen Songs von Status Quo gesellten sich auch Coverversionen anderer Bands wie „Walking in the Shadow“ (Whitesnake) oder „Sweet Little Rock’n’Roller“ (Gotthard). Zudem schien sich der Sänger von Sixx, wie einst die Band „Thin Lizzy“, in eine gewisse „Rosalie“ verliebt zu haben. Vor allem bei den Zugaben „Whatever you want“ und „Rockin’ all over the World“ ging auf und vor der Bühne nochmals mächtig die Post ab, und viele sangen enthusiastisch die bekannten Zeilen mit.

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