Hechingen Hakuna Matata für eine bessere Zukunft

Klatschen, trommeln und dabei lächeln und sich bewegen: Der Trommelworkshop mit Daniel Sarong (vorne rechts) machte den Schülern sichtlich Spaß.
Klatschen, trommeln und dabei lächeln und sich bewegen: Der Trommelworkshop mit Daniel Sarong (vorne rechts) machte den Schülern sichtlich Spaß. © Foto: Samira Eisele
SAMIRA EISELE 26.02.2015
Trommeln, singen, tanzen und viel lernen über globale Zusammenhänge: Das stand gestern auf dem Stundenplan der Hechingen Werkrealschüler. Die Musikgruppe "Black & White" war zu Besuch beim Projekttag.

Mike macht's richtig. Der Schüler lächelt die ganze Zeit, während der auf die Djembé (westafrikanische Bechertrommel) haut. Das bringt ihm nicht nur ein großes Lob des Trommellehrers Daniel Sarpong, sondern sogar ein Bonbon und Applaus seiner Mitschüler ein. Mike ist einer von zirka 60 Neunt- und Zehntklässlern der Hechinger Werkrealschule, die in der Aula trommeln. Anlass ist der Projekttag "Hakuna Matata - alles kein Problem", den die Schule gemeinsam mit der Musikgruppe "Black & White" veranstaltete.

Die hessische Gruppe kommt mit fünf Mitgliedern aus Ghana, dem Kongo, Uganda und Deutschland in die Schule. Laut Schulleiterin Ursula Schön bringt "Black & White" afrikanische Musik und Lebensfreude - aber nicht nur. Denn "der Gruppe geht es auch um den Kontinent und die Frage, warum er so viele Probleme hat. Deshalb geht es auch um die Verzahnung zwischen Europa und Afrika", erklärt Ursula Schön. Die vier Workshops teilen sich in die kulturelle Praxis - trommeln, singen und tanzen - und Theorie.

Denn während die Neunt- und Zehntklässler in der Aula trommeln und eine große Gruppe jüngerer Schüler in der Turnhalle tanzt, lauscht eine Gruppe aus den Klassen 8a/b und 9b dem Vortrag "Afrika und wir". Referent Wolfgang Lieberknecht erklärt darin globale Zusammenhänge. Anschaulich für die Schüler wird's beispielsweise anhand des Produktionswegs von Smartphones. Erstaunlich: Die Schüler sind nicht nur beim Tanzen und Trommeln, sondern auch in der Theorie voll bei der Sache. Einer ergänzt sogar das Land Vietnam in einer Aufzählung der neuen Billigproduktionsländer.

Für die aktive Beteiligung und das große Interesse gibt's beim gemeinsamen Abschluss in der Turnhalle ein besonderes Lob von Wolfgang Lieberknecht. Und nicht nur das: Lieberknecht erklärt, er werde die Hechinger Werkrealschule in Zukunft als gutes Beispiel nennen, wenn er auf einem der bundesweiten Auftritte der Gruppe wieder vor Schulen stehe, in denen es keine Kinder mit Migrationshintergrund gibt. Denn dort herrschten oft Vorurteile, die die internationale Hechinger Schülerschar ganz klar widerlege: "Deshalb danke ich euch, dass ihr das so toll macht - denn so brauchen wir die Welt."