Nachdem die Abiturienten des Gymnasiums Hechingen am vergangenen Samstag beim Abiball ihre Abizeugnisse erhalten hatten, bereiteten sie in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch den Abistreich vor. Am Morgen trafen sowohl Schüler als auch Lehrer auf verbarrikadierte Türen – das Signal dafür, dass der Day After der Abiturienten begonnen hatte. Mit zahlreichen Holzpaletten hatten die Schulabgänger in der Nacht die Türen zugenagelt oder zugeschraubt. Und um die Lehrer davon abzuhalten, Schüler zum Unterrichten zu haben, baute der Abi-Jahrgang zusätzlich einen Bauzaun auf. So wurden die mit dem Bus eintreffenden Kinder von den Türen ferngehalten.

Vereinzelt taten sich die Lehrer zusammen, um die Paletten zu entfernen. Als diese Etappe geschafft war, trafen die Pädagogen in den Schulgebäuden auf Stapelkunst-Skulpturen aus Tischen und Stühlen, die aus den Klassenzimmern getragen worden wurden. Das war Muskelkraft gefragt.

Außerdem hatten die Schüler viele Bilder von sich auf Partys, Geburtstagen oder mit ihren Freunden ausgedruckt und in den Schulgebäuden aufgehängt, um Erinnerungen an ihre Schulzeit noch einmal aufleben zu lassen. Einzelne Lehrer hatten dafür kein Verständnis und hängten viele der Bilder bereits ab, bevor die jüngeren Schüler sie zu Gesicht bekamen. Sehr zum Bedauern der Abiturienten haben einzelne Lehrkräfte auch viele Fotos kurzerhand zerrissen. Von vielen Schülern wurde dies als schmerzliche Fortsetzung der als „Zensur“ empfundenen Eingriffe der Schulleitung ins Abi-Buch empfunden, die sie bereits beim Abiball kritisiert hatten.

In der dritten und vierten Stunde sorgten die Abiturienten dann für Programm. So spielte die Abiband „Abibanditos“, bestehend aus Amy Hömann, David Seidenberger, Julius Henle, Ines Förnbacher, Erik Dinius, Leon Ebisch und Jan Stopper. Dazwischen organisierten die Abiturienten kleine Spielchen zwischen den wenigen anwesenden Lehrern und Schülern. So stellte das Day-After-Team, bestehend aus Celine Raiser, Bengi Inceday, Jonas Reiband, Leonard Kohler, Jan-Niklas Petschauer und Melissa Heck, ein Bobbycar-Wettrennen zwischen Schülern und Lehrern auf dem „roten Platz“ auf die Beine. Unter großem Jubel entschieden es die Schüler für sich. Revanche nahmen die Lehrer beim Spiel „1, 2 oder 3“.

Zum Ende hin wurden die Abi-Sprecherinnen Julia Marquardt, Melina Lenz und Nadine Rohr von ihrer Stufe mit Blumen für ihr soziales Engagement und ihren Einsatz für den Jahrgang geehrt. Und das war auch ein Statement. Die Schule hatte nur einen offiziellen Sozialpreis verliehen. Die Stufe brachte mit der Ehrung die Ansicht zum Ausdruck, dass alle drei diese Auszeichnung verdient gehabt hätten.

Hausmeister ist der Freund der Abiturienten


Einen großen Dank der Abiturienten verdiente sich Hausmeister Andreas Pflumm, der ihnen „ihren“ Tag danach durch seinen Einsatz ermöglicht hat.