Die Trauerbegleitung ist ein weites Feld. Marita Tömmes hat in ihrer Praxisarbeit im Rahmen ihrer Ausbildung die Hilfe für Eltern von Engelskindern thematisiert. Bereits seit drei Jahren wirkt sie in Hechingen aktiv bei der Gestaltung der jährlichen Gedenkfeier für die Sternenkinder auf dem Friedhof Heiligkreuz mit. Die dortige Stele für die Engelskinder zu finanzieren, haben übrigens HZ-Leserinnen und -Leser mitgeholfen – im Rahmen einer früheren Weihnachtsaktion der Hohenzollerischen Zeitung.

Wo Eltern ihren toten Kindern nahe sein können

Die Mütter und Väter, sagt die 59-Jährige, seien froh darüber, dass es in der Zollernstadt endlich einen Platz gibt, an dem sie ihren Kindern nahe sein können. Nicht selten komme es zu emotionalen Gesprächen, die die traurige Situation in den Familien deutlich vor Augen führten. Auch spüre sie, Marita Tömmes, immer wieder, dass für die betroffenen Eltern ein adäquater Raum für deren Trauer sinnvoll wäre.

Ein solcher könnte das Friedhofscafé sein, das die katholische und die evangelische Kirchengemeinde, die Hechinger Hospizgruppe, der Caritasverband Zollern sowie die Stadt Hechingen (als Eigentümerin) in der kleinen Heiligkreuzkapelle einrichten möchten. Und für dessen Möblierung die HZ ihre Leserinnen und Leser im Rahmen ihrer aktuellen „Gute Taten“-Aktion um Spenden bittet.

Ein Rückzugsort für Trauernde ist wichtig

Ein geeigneter Rückzugsort für die Eltern sei wichtig, sagt die Trauerbegleiterin. Ein Ort, am dem sich Menschen, durch den gleichen Verlust schicksalhaft miteinander verbunden, regelmäßig treffen und Erfahrungen austauschen können, „wo sich jeder wohl fühlt und weiß: Hier fühlt jeder gleich“.

Angesprochen fühlen sollen sich Mütter, die ihr Kind verloren haben und sich mit der Frage quälen: Habe ich etwas falsch gemacht, bin ich schuld? Väter, die in ihrer Trauer verzweifelt und hilflos sind; Eltern, die täglich in ein leeres Zimmer, in ein leeres Bett schauen, die ihren Alltag ohne ihr Kind bewältigen müssen. Die sich überlegen, ob sie noch einmal ein Kind bekommen möchten – und die Angst aushalten müssen: Passiert es beim nächsten Mal wieder?

Treffen in der Klinik werden nicht angenommen

Marita Tömmes hat während ihrer Praxisarbeit viele Kontakte bemüht: zum Beispiel mit der Diakonischen Bezirksstelle in Balingen. Dort erfuhr sie, dass in der Vergangenheit Treffen für trauernde Eltern in einem Krankenhaus angeboten wurden, aber nicht angenommen worden seien. Daraus schloss die 59-Jährige, dass ein neutraler Ort besser geeignet wäre. Eine Gynäkologin am Zollernalb-Klinikum in Balingen bestätigte ihr, dass das Thema Trauerbewältigung für Eltern sehr wichtig sei – weshalb eng mit den Hebammen und der Klinikseelsorge zusammengearbeitet werde. Und auch die Stationsleitung fände (räumliche) Angebote für die Betroffenen nach dem Klinikaufenthalt wünschenswert.

Das könnte auch interessieren:

Ulrike Stoll-Dyma: „So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben“


Man kann sich diesen Advent sicher die Frage stellen, warum die katholische Kirchengemeinde Hechingen in der Weihnachtsaktion der Hohenzollerischen Zeitung für die Anschaffung von Defibrillatoren steht. Der Grund ist ein ganz persönlicher. Pastoralreferentin Ulrike Stoll-Dyma berichtet von einem Erlebnis, das zwar schon einige Jahre zurückliegt, sich bei ihr aber tief eingeprägt hat.

„So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt sie frank und frei. Bei einer Veranstaltung in einer Halle war einst plötzlich ein Kind zusammengebrochen und leider kurz darauf gestorben. Laut Arzt hatte das Kind Probleme mit dem Herzen. Wäre in der Halle ein Defi gewesen, dann hätten die Umstehenden schnell und sicher Erste Hilfe leisten können. So musste auf den Notarzt gewartet werden und einige Ersthelfer haben um das Leben des Kindes gekämpft – leider ohne Erfolg. „Genau aus diesem Grund möchten wir an unseren Kirchen gerne Defis anbringen und vor allen Dingen solche, die auch für Kinder geeignet sind.“

Ein zweites Erlebnis schließt sich hier fast nahtlos an. „An meiner Ausbildungsstelle in Malsch bei Ettlingen ist während des Gottesdienstes ein Mann zusammengebrochen. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen ist der Mann kurz darauf gestorben“, berichtet Ulrike Stoll-Dyma weiter. Wäre ein Defi in erreichbarer Nähe gewesen, wären die Überlebenschancen für den Mann deutlich höher gewesen.

In den Gottesdiensten und in den Gemeindehäusern der Kirchengemeinden in der Stadt und in den Teilorten versammeln sich in der Regel ältere Menschen und junge Familien. Es kann jederzeit zu einem Vorfall kommen, bei dem ein Defi Leben retten könnte. Deshalb ist es Pfarrer Michael Knaus auch wichtig, dass diese Defis in einer großen Dichte in der Stadt, aber auch in den Teilgemeinden zu finden sind. Und vor allen Dingen sind sie an den Kirchen und Gemeindehäusern frei zugänglich. Es sind verschiedentlich zwar schon Defibrillatoren vorhanden, aber zum Großteil in abgeschlossenen Gebäuden. „Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde“, so der Geistliche. „Wenn ich da erst einmal noch 500 Meter rennen muss bis zum nächsten Defibrillator, geht einfach wertvolle Zeit verloren“, merkt er weiter an. Und natürlich müssen diese Defibrillatoren auf jeden Fall auch für Kinder geeignet sein: „Kein Kind soll wegen eines fehlenden Defis sterben müssen.“

Ganz klar ist auch, dass es eine Einweisung für die Benutzung der Defibrillatoren geben wird. Zum einem natürlich für die jeweiligen Kirchengemeinden, das heißt für alle ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu diesen Einweisungen sind aber auch alle Interessierten eingeladen. Wann und wo diese Einweisungen stattfinden, wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

„Selbst wenn diese Defibrillatoren nur ein Leben retten, hat sich die Anschaffung gelohnt“, sind Pfarrer Michael Knaus und Pastoralreferentin Ulrike Stoll-Dyma überzeugt.

Sie möchten spenden? Hier das Spendenkonto


Das Spendenkonto für unsere „Guten Taten“ ist eröffnet. Wir freuen uns über jede Gabe – sei es fürs Friedhofscafé oder die Defibrillatoren. Die IBAN-Nummer des Spendenkontos für die HZ-Weihnachtsaktion lautet so: DE 20 6535 1260 0077 0400 00. Der BIC-Code der Sparkasse Zollernalb: SOLADES1BAL. Bitte vermerken Sie, für welches der beiden Projekte Sie spenden möchten; tun Sie das nicht, dann geht Ihre Spende je zur Hälfte an die beiden Projekte. Ferner bitten wir Sie kenntlich zu machen, ob Sie als Spender in der HZ genannt werden möchten – oder nicht.