Geduldig sein. Hinterher ist alles schöner und besser. Das gilt nicht nur für den Obertorplatz und in sehr absehbarer Zeit für die Tiefgarage beim „Museum“. Auch beim Gymnasium steht ab Sommer 2020 eine eineinhalbjährige Großbaustelle an. Und draußen beim Nasswasen kommt nächstes Jahr der Kreisverkehr mit direktem Anschluss ans Gewerbegebiet vor allem für die vielen Lastwagen, die dort stationiert sein werden. Das verschlingt Millionenbeträge und bringt Unleidigkeiten während der Bauzeit, aber es geht was – zum Besseren.

Direkt ins Gewerbegebiet

Dass im Norden der Zollernstadt gekreiselt werden wird, steht schon seit August 2018 fest. Mittlerweile ist die Finanzierung des Großvorhabens gecheckt, und die Planung ist ebenfalls fertig. Der Bauausschuss hat am Mittwochabend dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, den Kreisverkehr unterhalb der B-27-Abfahrt Hechingen-Nord per Baubeschluss auf den Weg zu bringen. Das Straßenbauwerk soll 2,5 Millionen Euro kosten. Es bringt insbesondere eine direkte Zufahrt von L 410 und B 32 in den Nasswasen, wo die Spedition Barth vor wenigen Tagen den ersten Spatenstich für ihre neue Niederlassung gehabt hat. Von dieser Straße aus wird dann auch die Tübinger Straße angefahren. Die bisherige Anbindung von der Ab- und Zufahrt der B 27, ein Provisorium mit erstaunlicher Haltbarkeit, wird zurückgebaut. Die Stadt ist mit 1,4 Millionen dabei, den Rest steuern Bund und Land bei.

Sehr teuer für die Stadt

Teuer wird es für Hechingen wegen der Abfahrt vom 40-Meter-Durchmesser-Kreisel ins Gewerbewerbegebiet. Da ist ein Höhenunterschied zu meistern, und der Untergrund ist obermies, weil dort Schutt vom Bau der vierspurigen Bundesstraße entsorgt worden ist. Kosten für die Stadt: 1,4 Millionen Euro. Niemand wollte Tiefbauamtsleiter Jürgen Haas widersprechen, der das als „exorbitant hoch“ bezeichnete.

Denkmalgeschützte Schule

Grüße vom Denkmalschutz gibt es zur wohl reichlich überfällige Sanierung des Gymnasiums: Beim Altbau ist jetzt die Gebäudehülle dran, auch aus Verkehrssicherheitsgründen. Durchs undichte Dach eindringendes Wasser hat das Gebälk beschädigt, der Putz ist teilweise so hinüber, dass auch der Unterputz erneuert werden muss, und die Fenster sind ebenfalls an der Reihe. Dabei gilt aus Gründen des Denkmalschutzes die Devise „Erhalt vor Erneuerung“. Unterm Strich werden ab Sommer in etwa eineinhalb Jahren 2,3 Millionen Euro Kosten fällig. Inbegriffen ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Zuschüsse gibt es von knapp einer Million Euro. Auch dieses Vorhaben empfiehlt der Bauausschuss einmütig.

Das interessiert ebenfalls:

IHK-Podium zur Bürgermeisterwahl in Jungingen Einigkeit bei Gewerbesteuer, Differenzen beim Hochwasserschutz

Jungingen

Premiere für den Mittwochsmarktbus in Hechingen Da sind noch ganz viele Plätze frei

Hechingen

Unechte Teilortswahl soll aufgehoben werden


Gemeinderat Bei der Sitzung des Gesamtgemeinderates am Donnerstag kommender Woche ist für Zündstoff in der trauten Adventszeit gesorgt. Punkt 3 der Tagesordnung bringt die Aufhebung der unechten Teilortswahl. Die garantiert den Stadtteilen ein bestimmtes Kontingent an Sitzen im Gemeinderat, trägt aber auch dazu bei, dass sich das Gremium gefährlich aufblasen kann.

Heikles Thema Zumindest in der Vergangenheit war die unechte Teilortswahl sakrosankt. Niemand wollte den gesamtstädtischen Frieden gefährden. Golden ist die Erinnerung an den einstigen Bürgermeister Jürgen Weber. Der kam, als er die Diskussion anstoßen wollte, kaum dazu, die beiden Worte auszusprechen, so schwoll ihm der Protest entgegen. Aber Zeiten ändern sich manchmal. kle