Hechingen / Sabine Hegele  Uhr
Trockenen Fußes kamen die Akteure des Hechinger Kinderfestumzugs am Sonntag durch den Umzug. Wenig später fing es erneut an zu regnen. Leider.

Herrlich anzuschauen war er wieder, der große Festumzug im Rahmen des Irma-West-Kinder- und Heimatfests! Die Zuschauer standen zahlreich am Straßenrand und erfreuten sich mit den kleinen Zollernstädtern an diesem traditionellen Spektakel.

Zu beklatschen und bewundern gab es vieles, ein besonderes Augenmerk verdiente aber die Hohenzollerische Hochzeit mit ihren Hofdamen, Pagen und Fürstenpaaren. Vor allem die Gewänder des Grafen Johann Georg von Hohenzollern-Hechingen und seiner Franziska fielen auf: Ihrer beider Kostüme sind neu, geschneidert nach historischen Vorlagen der spanischen Mode.

Schulleiter Rauch zu Tränen gerührt

Auch eine Überraschungsgruppe hatte sich unter den Festumzug gemischt: die der Alice-Salomon-Schule. Sie machte damit ihrem scheidenden Rektor Karl-Heinz Rauch eine Freude, dessen Herzenswunsch es immer war, seine Schülerinnen und Schüler mittendrin in diesem für Hechingen so historischen Geschehen zu wissen. Und die Schule hatte eine Botschaft mitgebracht – für mehr Akzeptanz, Toleranz und Gleichberechtigung.

Ebenfalls ein Hingucker: die Feuerspritze der Freiwilligen Feuerwehrabteilung Boll aus dem Jahr 1845 – übrigens voll funktionsfähig. Nicht zu vergessen die Albkamele, die ihren Spaziergang durch die Unterstadt ganz offensichtlich genossen – wie auch die sie begleitenden Ziegen. Immer wieder gerne unters feiernde Volk mischt sich Hechingens Leitender Pfarrer Michael Knaus. Das tat er auch am Sonntag, in vollem Ornat, vom Festwagen herabwinkend. Flankiert wurde er von einer ganzen Reihe von Chorherren, das Weihwasser griffbereit.

Ein Umzug ohne Musik geht gar nicht

Natürlich hatten auch die Stadtteile Gruppen nach Hechingen entsandt. Aus Stein grüßten die Römer, aus Bechtoldsweiler eine große Schar Landwirte. Weilheim hatte ein junges Erbprinzenpaar samt Gefolge geschickt, aus Boll hatten sich die Hirtenkinder in die Zollernstadt aufgemacht. Sickingen präsentierte sich als alemannische Großfamilie, Schlatt stellte sein buntes Vereinsleben vor. Beuren war mit dem Fürsten von Hohenzollern, dem Fürsten von Fürstenberg und dem württembergischen Großherzog angereist, und auch Stetten gewährte mit Festwagen und Fußgruppen einen Einblick in seine Geschichte.

Ein Umzug ohne Musik? Nein! Natürlich gaben sich auch die zahlreichen Kapellen der Gesamtstadt ein Stelldichein, dazu gaben mit den Muntprat Trommlern aus Ravensburg weitere Musikanten den Ton an. Mit der Jugend des Landesverbands der Fahnenschwinger in Baden-Württemberg und den Rutentrommlern der Werkrealschule Ravensburg ­zählten zwei weitere Gruppen zu den auswärtigen Gästen. Hätte es nur eine gute Stunde nach Ende des Umzugs nicht zu regnen begonnen – es wäre ein perfekter ­Kinderfestsonntag gewesen. Die schönen Eindrücke aber bleiben!

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