Auf Einladung der Gugguba Hechingen haben am Samstag  17 Kapellen aus Deutschland und Freude aus der Schweiz mit Fasnetsmusik der ganz besonderen Art die Hechinger Stadthalle zum Tempel der Guggenmusik werden lassen.

Unter Guggenmusik versteht man Blasmusik, die meist im alemannischen Raum in der Fasnet gespielt wird. Es handelt sich dabei um eine stark rhythmisch unterlegte, auf eigene Art „falsch“ beziehungsweise „schräg“ gespielte Blasmusik. Gar nicht so leicht also, wie auch Sänger  und DSDS-Juror Xavier Naidoo kürzlich einmal  bemerkte: „Guggenmusik ist musikalisch sehr anspruchsvoll.“

Zwei Bühnen, ein Erlebnis

Ihren Ursprung hat die Musik in der Schweiz. Die Wintergeister wurden mit dem Blasen von Kuhhörnern ausgetrieben, erstmals erwähnt im 16. Jahrhundert.

Zurück in die Gegenwart: Vier Schweizer Guggenmusik-Gruppen waren präsent. Darunter auch die „Bluet Sauger“ aus Triengen aus dem Kanton Luzern. „Wir sind das erste Mal hier in Hechingen. Es ist somit unser einmaliges Auswärts-Weekend“, meinte Daniel Tanner in Vertretung seiner 56 mitgereisten „Vampire“. Für Steffen Lindner, Vorstand der Gugguba, war es einmal mehr eine Herausforderung, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen. „Da mussten alle an einem Strang ziehen“, meinte er. Und das taten sie auch mit vollem Engagement.

Schräge, schrullige Musik, aber auch eine farbige Augenweide boten im Laufe des Abends die 17 Guggenmusiken. Zwei Bühnen, ein Erlebnis: Die Gugguba hatte neben der Stadthalle noch ein Zelt aufgestellt, um den Besuchern auf zwei Bühnen zeitversetzt die Auftritte zu präsentieren.

Ob die „ Gassahuber Herrenberg“ – die als erste auftraten –, die „Rosswöschwyber Ruswill“ aus der Schweiz, die „Heavy Blechis Wutachtal“ oder die „Granada Fetzer Deizisau“ – die Gruppe, die von Anfang an in Hechingen dabei ist –, sie alle boten bis spät in die Nacht hinein ein tolles Festival, bei dem sich auch spontan Musiker aus den Gruppen zusammenfanden, um einfach Musik zu machen,  schrill-schöne Guggenmusik

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„Vampire“ der „Bluet Sauger“ aus Triengen fanden erst weit nach Mitternacht in der Gymnasium-Sporthalle ihre Ruhe. Ob sie den ganzen Tag durchgeschlafen haben?