Hechingen Gottesdienste sollen weniger werden

Die Zahl der Kirchenbesucher nimmt ab. Die Seelsorgeeinheit St. Luzius will sich mit der Zahl der Gottesdienste anpassen.
Die Zahl der Kirchenbesucher nimmt ab. Die Seelsorgeeinheit St. Luzius will sich mit der Zahl der Gottesdienste anpassen. © Foto: Archiv
Hechingen / Hardy Kromer 14.06.2018
In der katholischen Seelsorgeeinheit Hechingen werden Veränderungen auf den Weg gebracht.

Wenn sich 20 Menschen in einer großer Kirche verlieren, wird der Gottesdienst nicht unbedingt sehr erhebend. Der personelle und organisatorische Aufwand ist für die Gemeindeleitung aber derselbe wie wenn die Kirche voll ist. In der katholischen Seelsorgeeinheit St. Luzius Hechingen scheint der Punkt erreicht zu sein, wo das aktuelle Gottesdienstangebot in seiner Breite nicht mehr auf Dauer aufrechterhalten werden kann.

„Bei der Gottesdienstordnung wird es Veränderungen geben“, sagt der Leitende Pfarrer Michael Knaus nach der Pfarrgemeinderatssitzung vom Dienstagabend, in der das Thema diskutiert worden ist. Bisher, so Knaus, würden jedes Wochenende von Samstagabend bis Sonntagabend acht Gottesdienst in der ganzen Seelsorgeeinheit gefeiert. Und das Leitprinzip sei eine „möglichst gleichmäßige Verteilung ohne Rücksicht auf die Größe oder die Aktivität der einzelnen Gemeinde“. Von dieser „rein quantitativen Verteilung“ will Knaus wegkommen – und hat dabei das Gefühl, dass ein Großteil des Pfarrgemeinderates ihn dabei unterstützt.

Ziel: Klasse statt Masse

Knaus’ Ziel bei der Neuordnung ist: „Klasse statt Masse“ oder „Qualität statt Quantität“. Der Pfarrer hofft, dass das Thema im Herbst beschlussreif ist und beginnend mit der Adventszeit umgesetzt werden kann. Wobei ihm klar ist: „Eine Gottesdienstordnung kann nicht in Zement gegossen werden.“ Man müsse einen Neuanfang wagen „und dann immer wieder schauen: Was braucht es wann und wo?“ Bemerkenswert findet Knaus angesichts der Einschnitte, die in den kleineren Gemeinden drohen, den „Mut in großen Teilen des Gremiums, etwas zu ändern.

Eine Nachbetrachtung gab es im Pfarrgemeinderat auch zur Visitation durch Dekan Alexander Halter und Dekanatsreferent Andreas Steiner, die am vergangenen Wochenende stattgefunden hat. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dr. Ottmar Müller hielt fest: „Unser Aufgabenheft ist gut gefüllt.“ Bei Pfarrer Knaus und in den Gemeindegremien verfestigte sich die Einsicht: Es braucht Veränderung an sehr vielen Stellen. Erste Ideen, wie man mehr Angebote für Familien machen und den Blick für die Jugendarbeit schärfen könnte, sind schon am Dienstagabend diskutiert worden. Künftig will man sich in jeder Sitzung inhatlich mit den Ergebnissen der Visitation auseinandersetzen.

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