Jungingen Junginger „Adler“ feiert Wiedereröffnung

Jungingen / Matthias Badura 16.06.2018
Der Junginger „Adler“ eröffnet wieder. Besitzer Bernd Potschien hat bei der Renovierung eine wahre Herkulesarbeit vollbracht.

Der Junginger „Adler“ öffnet am 13. Juli seine Türen. Der „schwarze“ Freitag wird zum Glückstag für alle Liebhaer traditioneller Gastlichkeit, für Einkehrer, für Menschen, die sich vor dem Fernseher oder dem Computer langweilen, für Leute, die Neuigkeiten aus erster Hand erfahren wollen.

Schon als Bernd Potschien das Haus im Jahr 2016 kaufte, war es sein erklärtes Ziel, dort wieder eine Gastwirtschaft zu etablieren. Der Mieter des Vorbesitzers hatte den Betrieb 2011 aufgegeben.

Gelinde gesagt hegten viele Beobachter Zweifel, ob es Potschien gelingen würde. Das Haus – ein wahres Trumm von einem Gebäude – befand sich in einem desolaten Zustand: „Den Kasten wieder herzurichten, das schafft er nie“, hieß es. Es gab unterwegs auch tatsächlich Rückschläge, die das Vorhaben verzögerten. Fakt ist aber, dass heute nicht nur der Gastraum picobello dasteht. Fast ausschließlich in Eigenleistung hat Potschein auch die Heizung, die Wasserversorgung, die Elektrik, den Sanitärbereich und die Küche erneuert, hat zwischendurch zudem die Statik des Hauses gestärkt und die Fassade renoviert. Eine Herkulesarbeit – bei der ihm freilich seine Frau Monika, Sohn Christopher sowie die Töchter Vanessa, Valerie und Patricia und die designierten Schwiegersöhne zur Hand gingen.

Wunderbar sieht die Wirtsstube mit ihren 40 Plätzen aus. Sie verspricht urige Gastlichkeit – wie früher, als der „Adler“ ein Treff für Jung und Alt war. Kann sich Potschien jetzt voll ins Gastwirtsleben stürzen? Er könnte. Aber so ist es nicht geplant.

Der 50-Jährige bleibt seinem Gewerbe als Elektriker treu. Seine Frau Monika führt die Wirtschaft. Dass die im Kundenverkehr geübte Fleischermeisterin dem gewachsen ist, haben Beobachter keinerlei Zweifel. Ebensowenig, dass bei ihr etwas Gutes auf den Tisch kommt. Eine „kleine, gutbürgerliche Speisekarte“ soll die Gäste verführen.

Geöffnet hat der „Adler“ künftig donnerstags, freitags, samstags und sonntags. Die Gartenwirtschaft muss noch etwas warten, ist aber in der Mache. Nicht schlimm. Die Junginger werden sich freuen, dass eine Wirtschaft mit uralter Vergangenheit zu neuem Leben erwacht ist und sie eine weitere Einkehrmöglichkeit haben.

Eine Zeitlang sah’s diesbezüglich ganz finster aus. Inzwischen, so darf man sagen, hat sich die gastronomische Landschaft der Gemeinde erholt: „Post“, „’s Café“, „Krone“ und jetzt der „Adler“, da möchte man fast von einer neuen Blüte sprechen.

Seine Vergangenheit reicht weit zurück

Alter Ganz genau weiß man’s einstweilen nicht, aber der „Adler“ dürfte einem Indiz zufolge um die 230 Jahre auf dem Buckel haben.

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