Boll Glocken von Boll schweigen

Sonst schwingen sie im Verbund: Eine defekte Glocke ist schuld am Ausfall des Stundenschlagens und des Morgen- und Vesperläutens in Boll.
Sonst schwingen sie im Verbund: Eine defekte Glocke ist schuld am Ausfall des Stundenschlagens und des Morgen- und Vesperläutens in Boll. © Foto: Christian Steinhilber
CHRISTIAN STEINHILBER 16.07.2015
In Boll bleiben die Kirchturmglocken stumm. Zumindest die meiste Zeit. Zu den Gottesdiensten aktivieren die Mesner den alten Handbetrieb. Und an der Behebung des eigentlich kleinen Schadens wird gearbeitet.

Schon seit geraumer Zeit sind die Glocken der St.-Nikolaus-Kirche zum Schweigen verdammt; zumindest die meiste Zeit des Tages über. Sie läuten nur zum Gottesdienst oder während des Gottesdienstes. Und es fällt den Bollemern sehr wohl auf, dass da etwas fehlt im Ort. Die Mesner werden regelmäßig darauf angesprochen, warum es im Kirchturm denn so still ist, und ob sie vergessen hätten, die Kirchenglocken einzuschalten.

Das aber ist selbstredend nicht der Fall. Schuld am Verstummen von St. Nikolaus ist ein Defekt an einer der vier Glocken. Und der wird derzeit behoben. Es hapert, und das im Zeitalter modernster Technik, an einem kleinen Zahnrad. Das bringt, wenn es repariert ist, die eine Glocke wieder mit ihren drei Schwestern zum Schwingen.

Wieso sind dann aber alle still? Auch das liegt an der modernen Technik: Das Schlagen jede Viertelstunde und dann zur volle Stunde sowie das Tagläuten morgens um 6 Uhr und das Vesperläuten abends um 18 Uhr funktionieren vollautomatisch - und dazu werden alle Glocken benötigt. Dieser Automatismus wiederum ist kopmplett ausgeschaltet, bis der Schaden behoben ist. Auch, um keinen weiteren Schaden anzurichten. Zum Gottesdienst jedoch können die Mesner die Gemeinde St. Nikolaus von Hand zusammenläuten. Dazu werden nur drei funktionierenden Glocken verwendet. Die gute Nachricht zum Schluss: Ein Ende der glockenfreien Zeit ist in Sicht.