Glems Glemser Pumpspeicher-Stausee liegt bald trocken

Glems / MICHAEL KOCH 19.03.2014
Seit Montag wird aus dem Stausee am Pumpspeicherwerk Glems das Wasser abgelassen. In den kommenden Monaten wird die EnBW das Becken sanieren. Zuvor hat der Fischereiverein noch einen Großeinsatz.

Während in Hechingen die Diskussion um ein mögliches Pumpspeicherkraftwerk im Bollemer Schamental neue Fahrt gewinnt, kann man an einer anderen Ecke der Region Neckar-Alb, in Glems bei Metzingen, erleben, wie ein Staubecken saniert wird. Gegenwärtig wird dort nämlich das Wasser abgelassen.

Am Montagvormittag war der untere Glemser Stausee schon zu einem großen Teil geleert. Über das Wochenende wurden 780 000 Kubikmeter Wasser in das obere Becken auf der Eninger Weide gepumpt. Doch der Rest, weitere 335 000 Kubikmeter, wird weit mehr Zeit in Anspruch nehmen, wird das Wasser doch auf natürlichem Wege über den Tiefenbach abgelassen - und zwar aus Naturschutzgründen gedrosselt auf nicht mehr als 300 Liter pro Sekunde. Dieser Abfluss kann augenblicklich im Tiefenbach und im Anschluss in der Erms zu einer Braunfärbung des Wassers führen, wie sie nach einem Starkregenereignis auftritt. Die Färbung bringe keinerlei Gefahr für Mensch und Umwelt mit sich, versichert die EnBW. Bei der Braunfärbung handle es sich um natürliche Sedimente.

Schon in der kommenden Woche wird der Energieversorger mit der Baustelleneinrichtung beginnen, vom 3. bis 5. April ist dann der Fischereiverein Ermstal, der in enger Absprache mit dem Regierungspräsidium Tübingen das Abfischen des Sees übernimmt. "Der Großteil der Fische wird in anderen vereinseigenen Gewässern untergebracht", erzählt der Vereinsvorsitzende Wolfgang Vöhringer. Größere Exemplare werden in Gewässer befreundeter Vereine umgesetzt. "Wenn wir dann einen Zander mit 1,20 Meter Länge rausholen, dann werden wir den wohl schlachten müssen", sagt Vöhringer. Grundsätzlich möchte man das aber vermeiden, weil die größten Exemplare als Zuchtfische für kommende Generationen dienen.

Ab der zweiten Aprilwoche dann wird die EnBW ein so genanntes Rammplanum, eine Aufstandsfläche für ein großes Bohrgerät, errichten. Anschließend wird eine Spundwand rund um den Grundablass errichtet. Alleine der Aufbau wird sich bis in den Juni ziehen.

Der dann vorgesehene Austausch der am Grundablass angebrachten Entlastungs-Verschlüsse ist der eigentliche Grund für die ganze Mühe. Die Ventile, über die im Notfall der Grundablass zum Tiefenbach geöffnet werden, sind über die Jahre von meterhohem Schlamm und Gestein bedeckt. Dieses wird innerhalb der Spundwand komplett abgetragen, die Wand verhindert, dass Sediment aus der näheren Umgebung nachrutschen kann.

Insgesamt wird die Sanierung, mit der die Sicherheit der Anlage erhöht wird, die EnBW nach eigenen Angaben eine Million Euro kosten. Bis in den Herbst hinein werden die Arbeiten andauern. Dann wird der See nach einer Regenerationszeit wieder mit Fischen besetzt.

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