Hechingen Getreideernte im Zollernalbkreis ist abgeschlossen

Hechingen / MATTHIAS BADURA 21.08.2012
Schlecht steht es um die Getreideernte - vor allem im Norden des Landes. In der Region um Hechingen herum können die Bauersleute indessen zufrieden sein. Die Erträge fallen ordentlich aus, der Preis stimmt.

In den unteren Höhenlagen sind die Dreschmaschinen abgezogen, hier ist die Ernte für dieses Jahr beendet, Winter- und Sommergetreide sind schon geraume Zeit eingebracht.

Ruhig war"s am vergangenen Donnerstag und am Freitag auch auf der Alb, allerdings legten die Bauern infolge der Regenfälle in der Mittwochnacht nur eine wetterbedingte Pause ein. Nach dem traumhaften Wochenende, das den Endspurt möglich machte, dürften sich inzwischen aber auch auf den Höhen nur noch Stoppelfelder ausbreiten.

Übel erwischt hat es die Landwirte im Norden Baden-Württembergs mit dem Wintergetreide. Schon der Start im vergangenen Herbst war schlecht, nass und kalt, dann kam Eiskönig und überzog das Land mit Frost. Was sich nach dieser Tortur im Frühsommer zeigte, war kein hoffnungsvolles Grün, sondern traurig-braun schauten die Pflanzen aus der Erde - wenn sie nicht gleich ganz erfroren waren. Mancher Landwirt wartete die weitere Entwicklung nicht erst ab, brach seine Äcker auf der Stelle um und säte für den Sommer neu. Andere setzten auf das Prinzip Hoffnung. Und wurden bitter enttäuscht. Vielfach waren Totalausfälle zu beklagen.

Felizitas Fehrenbach-Neumann, Stellvertretende Leiterin des Landwirtschaftsamtes in Balingen, wies gestern auf diese Auswirkungen hin. Martin Zaiser, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, unterstrich hingegen, gerade der Zollernalbkreis habe diesbezüglich Glück gehabt.

Zaiser zufolge setzte der Frost den Pflanzen zwischen Hechingen und Burladingen nicht derart zu wie andernorts. Zwar herrschte hier im Spätwinter ebenfalls grimmige Kälte, doch waren die Triebe durch eine dicke Schneedecke geschützt. Man habe, so der Geschäftsführer, schon bessere Ernten erlebt, könne jedoch durchaus zufrieden sein. Auch die Qualität sei gut. Die Masse der Erträge werde im Backofen landen, nicht im Futtertrog.

Begünstigend hinzu kämen noch Ernteausfälle in Amerika und Osteuropa, die den Getreidepreis auf dem Weltmarkt in die Höhe treiben. Für die Bauern der Region also ein gutes Jahr. Und für die Verbraucher? "Auf den direkten Lebensmittelpreis schlägt sich das kaum nieder", allerhöchstens im Cent-Bereich - sagte der Mann vom Verband.

Aber was ist mit dem vermehrten Einsatz von Unkrautmitteln vor der Ernte? Gerüchte - meinten sowohl Zaiser wie auch Fehrenbach-Neumann. Laut Zaiser werde zwar vermehrt Glyphosat eingekauft, man verwende es aber wohl vor allem zur Bodenbearbeitung in der Zeit der Aussaat. Das "Abspritzen" direkt vor der Ernte habe er aktuell nirgends beobachtet.

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