Der 56-Jährige, der seine Mutter am Morgen des 23. März in Binsdorf mit einem Messer niedergestochen hat, soll lebenslang hinter Gitter. Das fordert Staatsanwältin Andrea Keller. Sie sieht das Mordmerkmal Heimtücke gegeben, sieht aber eine besondere Schwere der Schuld nicht gegeben.

Am vierten Prozesstag wurden die Beweisaufnahme abgeschlossen und die Plädoyers gehalten. Die Öffentlichkeit wurde dabei erneut ausgeschlossen.

Wie der Vorsitzende Richter Dr. Hannes Breucker erläuterte, schreibt das Gesetz vor, dass auch die Plädoyers nichtöffentlich gehalten werden, wenn bei bereits bei Teilen der Vernehmung die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird.

Dies war bei dem Mordprozess der Fall. Wie berichtet, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden, als der Angeklagte Angaben zu seiner Person und zur Tat gemacht hatte.

Eine Straftat gegen das Leben

„Es kamen Umstände aus seine persönlichen Leben zur Sprache und es handelt sich um eine Straftat gegen das Leben“, begründete der Vorsitzende erneut, warum die Schwurgerichtskammer dem Antrag des Verteidigers Axel Kästle stattgegeben hatte.

Verteidiger plädiert auf Körperverletzung

Kästle stellte für die Strafbemessung keinen Antrag. Er habe allerdings ausgeführt, dass er keinen Mord – und keinen Tötungsvorsatz erkenne, gab Breucker den Inhalt des Plädoyers bekannt. Allenfalls Körperverletzung liege vor.

Florian Majer, der die Nebenklägerin, die Schwester des Angeklagten, vertritt, schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an.

Dem Angeklagten geht es schlecht

Der Angeklagte hatte eingangs der Verhandlung auf Nachfrage des Vorsitzenden erklärt, dass es ihm seit Freitag gesundheitlich schlecht geht. Er habe starke Kopfschmerzen und dagegen Valium bekommen. „Wenn Sie uns nicht folgen können, melden Sie sich“, forderte ihn Breucker auf.

Das Urteil wird heute Nachmittag gesprochen.

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