Während die Grundschule Hechingen einen Überhang an 79 Lehrerstunden aufweist, der sich erst im Laufe des Schuljahres herauskristallisiert hat (die HZ berichtete), sieht es an der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen prekär aus. Laut Gernot Schultheiß, Leiter des Staatlichen Schulamts, fehlen seit Mitte Januar 50 Wochenstunden, was im Prinzip zwei Lehrer sind.

Lücken durch Schwangerschaft und Krankheit

Die unerwartet aufgetretenen Personalengpässe seien in Rangendingen so groß, berichtet Gernot Schultheiß weiter, dass dort der Pflichtunterricht seit 14. Januar nicht mehr aufrechtzuerhalten sei, und es zu Ausfällen komme.

Gruol/Owingen

Zwar wurden an der Rangendinger Einrichtung seit Februar zwei neue Kolleginnen angestellt, aber auch die beiden neuen Lehrerinnen könnten den Bedarf nicht komplett abdecken. „Diese Lücken, die da entstanden sind, durch längere Erkrankung, Schwangerschaft und damit verbundene Beschäftigungsverbote, Elternschutz und Mutterschutz, müssen geschlossen werden, damit regulärer Pflichtunterricht stattfinden kann“, sagt Gernot Schultheiß und meint damit auch die ebenfalls betroffenen Grundschulen in Gruol und Geislingen.

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Hechingen

Auch „Nicht-Erfüller“ stehen nicht zur Verfügung

Auch von der Liste der „Nicht-Erfüller“ könne keiner aus dem gesamten Zollernalbkreis sowie der Raumschaft Hechingen, Haigerloch, Bodelshausen, Hemmendorf und Hirrlingen gezogen werden. Die sogenannten „Nicht-Erfüller“ sind zum Beispiel Pensionäre im Ruhestand, Kunstakademiker, Akademiker ohne zweites Fach sowie Lehrer ohne zweite Dienstprüfung, die als Vertretungen temporär an Schulen einspringen.

Konkret in Rangendingen bedeutet das, es fehlen zwei Lehrer, die nicht so schnell akquiriert werden können. Daher steht das Staatliche Schulamt Albstadt mit der Hechinger Grundschule in regem Austausch (die HZ berichtete).

Eine Hechinger Lehrerin kommt nach Rangendingen

So teilte die Hechinger Grundschulrektorin Alexandra Gruler-Baeck am Freitagnachmittag den Beschluss mit, dass jeweils eine Lehrerin von Hechingen nach Rangendingen sowie Geislingen abgezogen wird, um den dortigen Bedarf abzudecken. Der erste Arbeitstag des Neulings an der Rangendinger Gemeinschaftsschule ist für den Zeitraum nach der diesjährigen Fasnet geplant.

42 hauptberufliche Lehrer unterrichten 480 Schüler

Das Lehrer-Team um Rektorin Andrea Jetter ist relativ jung. Im Schnitt sind die Mitarbeiter in Rangendingen jünger als 50 Jahre, teilt Gernot Schultheiß mit. Zuletzt seien dort sehr viele junge Lehrer eingestellt worden, weiß er. Manche von ihnen arbeiten in Vollzeit, anderer in Teilzeit. 42 hauptberufliche Lehrer sind es insgesamt, die derzeit an der Bildungseinrichtung beschäftigt und rund 480 Schüler unterrichten.

So extrem war es noch nie

Das derzeitige Problem ist nicht das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung: Der Personalstamm in Rangendingen ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren „gleich geblieben, wenn nicht gar angestiegen“, unterstreicht Schulamtsleiter Gernot Schultheiß.

Ein Mangel an Lehrern komme „immer wieder vor“, betont der Schulamtsleiter: „Aber so extrem haben wir es jetzt noch nicht gehabt“, sagt er.

42


hauptberufliche Lehrer arbeiten aktuell in Voll- und Teilzeit an der Gemeinschaftsschule Rangendingen-Hirrlingen. Rund 480 Schüler werden von ihnen unterrichtet.