Der Baubeschluss für die Tiefgarage „Stadthalle Museum“ ist gefasst. Bei der Nein-Stimme von Fürstengarten-Freundin Ingrid Gruler (SPD) und sechs Enthaltungen (vor allem aus den Reihen der Bunten Liste) hat der Hechinger Gemeinderat am Donnerstagabend auch die genaueren Pläne gebilligt. Damit sollte einem Baubeginn im August dieses Jahres nicht mehr viel im Wege stehen. Die Fertigstellung ist für den August 2021 geplant.

Stellplätze nicht 2,70, sondern 2,60 Meter breit

Eine kleine Korrektur nahm das Gremium auf Empfehlung von Bernd Beer, dem Geschäftsführer des Karlsruher Planungsbüros AMP Parking Europe GmbH, noch vor. Die Stellplätze in der unterirdischen Parkgarage werden nun doch nicht superkomfortable 2,70 Meter breit, sondern „nur“ 2,60 Meter. Nur so ist gewährleistet, dass 44 vollwertige Stellplätze entstehen. In der breiteren Version wären es 41 plus drei „Smart“-Plätze gewesen. Eine Blitz-Umfrage des Planers am Ratstisch hatte aber ergeben, dass die „Smart“-Fahrer in Hechingen nicht so zahlreich sind. Außerdem verbürgte sich Beer dafür, dass auch 2,60 Meter noch überdurchschnittlich breit und bequem sind. „Es wird bequem“, versicherte der erfahrene Parkhaus-Planer, „nicht im geringsten vergleichbar mit dem Parkhaus an der Neustraße“.

Sorgen der gebrannten Kinder

Lutz Beck hatte händeringend appelliert, „nicht den gleichen Fehler wieder zu machen“ und zu eng zu bauen, und auch Frank Balbach hatte den Planer darauf hingewiesen, die Hechinger seien „gebrannte Kinder“ seit dem „Jahrzehnt-Schildbürgerstreich Parkhaus Stadtmitte“. Bernd Beer beruhigte jedoch: „Der Murks an der Neustraße“ seien nicht zu enge Plätze, somndern die viel zu schmalen Rampen: „Da kommt man an die Parkplätze gar nicht hin.“ In der neuen Tiefgarage sollen schräg angeordnete Parkflächen für den nötigen Komfort sorgen, und auch Stützpfeiler zwischen den Stellplätzen brauchen die Nutzer nicht zu fürchten. „Wir haben schon 300 Garagen ohne Stützen gebaut“, warb Beer für das Konzept seines Büros. „Und wir haben ADAC-Preise für besondere Nutzerfreundlichkeit bekommen.“

Gefährlich nur im Fernsehen?

Einige Frauen am Ratstisch schienen mehr Bedenken wegen der Sicherheit einer Tiefgarage zu haben. Auch sie versuchte Beer zu beruhigen. Statistiken zeigten: „Auf jedem Parkplatz im Freien gibt es neun Mal so viele Straftaten wie in einer Tiefgarage.“ An dem schlechten Image sei das Fernsehen schuld. Beer: „Wenn ich mit meiner Frau fernsehe und es kommt eine Tiefgarage, dann weiß ich: Jetzt stirbt einer.“

Die Kosten von 58.000 Euro pro Stellplatz nannte der Planer auf Nachfrage von Werner Beck „nicht außergewöhnlich“. Insgesamt soll die Tiefgarage unter Bauherrschaft der Stadtwerke 2,5 Millionen Euro netto kosten.

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