Insgesamt 45 Vorschläge sind unterbreitet worden für den Bürgerhaushalt 2021. Das ist für Stadtoberhaupt Philipp Hahn ein Zeichen dafür, dass sich „die Bürger intensiv mit ihrer Stadt auseinander setzen“. Der ist 80 000 Euro schwer und wird im Laufe der nächsten Wochen und Monate Stück für Stück abgearbeitet. Für die Einzelprojekte müssen nun Machbarkeits- und Kostenplanungen erstellt werden. Dann hat wieder der Gemeinderat das Sagen. Die Initiative zu dem Etat stammt von der Bunten Liste. Die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges stellte am Donnerstagabend jeden der 45 Vorschläge vor, und es gab einen munteren Austausch am Ratstisch.

Die Kampfabstimmung

Nur bei einem Vorhaben brauchte es so etwas wie eine Kampfabstimmung: die Hundewiese. Ganz offenkundig ist es im Hechinger Gemeinderat wie im Rest der Welt – es gibt Hundefreunde und Hundehasser und nix dazwischen. Vier Mal wurde der Auslaufplatz für die Kernstadt vorgeschlagen, für viele Stadträte ein Zeichen, dass der Bedarf da ist. Aber darüber wurde gesondert abgestimmt. Mit dem denkbar knappsten Votum kommt die Wauwiese jetzt. Es gab 14 Ja- und 13 Neinstimmen und eine Enthaltung. Damit ist das Vorhaben angenommen. Philipp Hahns Kommentar: „Das ist ärgerlich.“ Freuen dürften sich insbesondere die vorschlagenden Bürger Rose Riester, Sandra Kirrwald, Marion Kühnrich sowie Petra und Rainer Biro. Wo genau die Wiese angelegt wird, muss noch geprüft werden. Möglich wären Heiligkreuz zwischen Kapelle und Bahnlinie oder auch ein Gelände zwischen Silberburgstraße und Bolzplatz Zollernstraße.

Keine Digitalwerbung

Ebenfalls separiert votiert wurde über die digitalen Werbebanner, die an den Stadteingängen angebracht werden sollten (Beispiel Ofterdingen). Mit zwei Jastimmen, zwei Enthaltungen und sonst lauter Ablehnungen war Rainer Weiths Vorstoß erledigt.

Viele Bürger zielen ab auf die weitere Aufwertung des Starzelparks bei der Hospitalstraße. Und das vielleicht sogar in Verbindung mit einer umfassenden Verkehrsberuhigung im Bereich Staig, Johannesbrücke, untere Herrenackerstraße und Hospitalstraße bis zur Jugendmusikschule. Ob der Kreuzungsbereich sogar komplett Fußgängerzone wird, wäre wohl durchaus denkbar. Die Vorschläge stammen von Martina Eberle und Rainer Weith

Wasserrutsche für Kinder

Fast schon bestellt ist die mobile Kinderwasserrutsche fürs Hallen-Freibad. Kostenpunkt 4000 bis 5000 Euro. Der Bücherschrank für Gebrauchtexemplare, vorgeschlagen von Johannes Bayer und Maren Müller, kommt ebenfalls. Den Standort ermittelt die Caritas-Quartiersmanagerin. Ebenfalls so gut wie aufgestellt ist ein Boulderblock, also ein Kletterstein, wahrscheinlich im Feilbachtal (Johannes Bayer). Diskussionsbedarf besteht noch beim Theaterstandort „Museum“ (Andreas Krink).

Kein Fall für den Bürgerhaushalt, aber ein Thema, das viele bewegt: Die Wartehalle im Bahnhof soll wieder geöffnet werden. Die Stadt verhandelt schon länger mit dem Privatbesitzer.

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