Stein Geld und Helfer gefragt

Stein / SWP 04.04.2015
Der Tempelbezirk der Villa rustica in Stein wurde im Winter archäologisch untersucht. Für den Wiederaufbau fehlen noch Spenden und rüstige Rentner.

Die Überreste eines einst den römischen Göttern geweihten Tempelbezirks ragen hoch über dem Starzeltal auf. Und wenn es nach Gerd Schollian, dem Vorsitzenden des Fördervereins des Römischen Freilichtmuseums Stein, geht, dann sollen es bald nicht mehr nur die Überreste sein.

Denn ein solcher Tempelbezirk ist in römischen Landgütern nicht üblich. Deshalb soll diese Besonderheit beziehungsweise Teile des rund 1000 Quadratmeter umfassenden Bezirks wieder aufgebaut werden.

Zirka zehn Adekulae, kleine Tempel, in denen jeweils ein Gott oder eine Göttin aufgestellt waren, mehrere freistehende und in den Säulengängen dargestellten Altäre, vielleicht auch ein Umgangstempel, sind in den Fundamentbereichen schon in den 90er-Jahren freigelegt worden.

In den Wintermonaten hat das Amt für Denkmalpflege die Gesamtanlage genau untersucht, und nun wird versucht, das einstige Aussehen der Anlage zu rekonstruieren.

Dass eine Nachbildung der Anlage Geld kostet, und der Förderverein die Investitionen nicht allein stemmen kann, wird wohl zu einem etappenweisen Vorgehen führen. Doch das kennt der Verein schon: Beim Bau der Portikusvilla in den 80er-Jahren hatten viele Firmen aus Hechingen den Verein finanziell unterstützt. Nun hofft Gerd Schollian wieder auf Spenden der Industrie und vor allem auch auf Zuschüsse, die seiner Meinung nach in der Tempelanlage sinnvoll investiert wären.

"Wenn alles ehrenamtlich geht, dann geht's halt ein bisschen langsamer", stellte Gerd Schollian kürzlich in Hinblick auf die Vorbereitungen für die neue Saison während der Winterpause fest.

Zeitlich kommen die fünf Ausgräber, etwa zehn ehrenamtliche Museumsführer und die ständigen Mitarbeiter mit ihrem Programm im Römischen Freilichtmuseum Stein kaum nach. Unterstützung ist dringend gefragt, gerade auch bei Grabungen. Deshalb wirbt Fördervereinschef Gerd Schollian für die "sinnvolle Freizeitgestaltung bei römischen Ausgrabungen" und bittet insbesondere frischgebackene Rentner um Mithilfe.

Gerd Schollian schreibt in einer Pressemitteilung: "Es ist eine gesunde Mischung zwischen körperlicher und geistiger Betätigung, die von der neu gewonnenen Freiheit" nach einem erfüllten Berufsleben so richtig ablenkt." Außer Grabungen an der frischen Luft stehen bei schlechtem Wetter das Reinigen, Nummerieren und Archivieren antiker Gebrauchsgegenstände an.