Hechingen Gegen Müll, Krach und Zerstörungswut

Im Sommer auf einer Parkbank sitzen ist in Ordnung, doch sollte man anschließend halt seinen Müll auch wieder mitnehmen. Archivbild
Im Sommer auf einer Parkbank sitzen ist in Ordnung, doch sollte man anschließend halt seinen Müll auch wieder mitnehmen. Archivbild
Hechingen / JUDITH MIDINET 03.04.2013
Die "Wachsamen Augen" sind wieder in Hechingen unterwegs. Die Stadt bekommt zwar positive Rückmeldungen, doch an Brennpunkten wie der Kneipp-Anlage gibt es noch viel Vandalismus.

Das Frühjahr beginnt, die Temperaturen steigen allmählich und auch das Leben verlagert sich wieder mehr ins Freie. Die Zivilstreife "Wachsame Augen" ist deshalb in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende wieder in Hechingen unterwegs. Seit 2010 kontrollieren Mitarbeiter des städtischen Vollzugsdienstes und des Rottenburger Sicherheitsdienstes "Secom" beliebte Treffpunkte wie Sportanlagen, Grillplätze und Schulhöfe. Auch bei großen Veranstaltungen wie der Kneipen-Nacht oder dem Kinderfest zeigen sie verstärkt Präsenz.

Mit der Initiative "Wachsame Augen" sollen Ruhestörungen und Vandalismusschäden in der Stadt verhindert werden. "Die Präventionen sind nicht messbar, aber wir bekommen von den Bürgern positive Rückmeldungen", sagt Jochen Bangert, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste. Ab etwa 20 Uhr bis in die frühen Morgenstunden ist die Zivilstreife zu Fuß und mit dem Auto auf ihrer Route unterwegs. Diese wird nach Meldungen der Bürger, der Polizei und des Betriebshofs festgelegt und bei Bedarf auch schnell mal geändert. Positives Beispiel ist laut Bangert der Fußweg vom "Burger King" in Richtung Oberstadt/Stockoch: "Seit wir da die Route geändert haben, gibt es weniger Müll und Scherben."

Nicht ganz so begeistert ist Ursula Rose, Chefin der Hechinger Kneipp-Anlage: "Im vergangenen Jahr waren die Sachbeschädigungen an der Kneipp-Anlage etwas eingedämmter, aber Schilder fehlen nach wie vor, und es sind auch immer wieder Steine im Wasser." Es gebe zwar keine massiven Schäden mehr, aber auch die Beleuchtungssituation an der Anlage könnte besser sein. "Präsenz zeigen hilft aber auf alle Fälle", weiß Ursula Rose. Denn auch die Vereinsmitglieder schauen in den Abendstunden regelmäßig nach dem Rechten. Dies ist nicht immer ganz ungefährlich: Eine Kollegin, erzählt die Kneipp-Chefin, sei in den Abendstunden schon mit Steinen beschmissen worden, als sie ein Foto von Randalierern machen wollte.

"In der Regel haben wir keine größeren Schwierigkeiten", erklärt Ricky Löffelhardt, Betriebsleiter des Sicherheitsdienstes "Secom", dessen Mitarbeiter auch in Rottenburg und Bodelshausen zivil auf Streife sind. Manchmal gebe es größeren Diskussionsbedarf, gegebenenfalls werde auch die Polizei hinzugezogen. "Grundsätzlich ist es nicht verboten, sich an öffentlichen Plätzen aufzuhalten", sagt Jochen Bangert von der Stadt Hechingen. Es dürfe nur kein Müll hinterlassen und nicht randaliert werden.

Die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes sind mit Pfefferspray ausgestattet und am Firmenname und -logo auf schwarzer Kleidung zu erkennen. Sie haben das Recht, Platzverweise zu erteilen, und die Polizei zu alarmieren. "Die Zusammenarbeit mit der Polizei klappt gut", sagt Betriebsleiter Löffelhardt.

Und auch Peter Mehler, Pressesprecher der Polizeidirektion Balingen, sagt: "Die Zivilstreife ist keine schlechte Sache und recht positiv zu sehen." Allerdings gibt er zu, dass die Polizei diese Arbeit gerne selbst machen würde, jedoch fehle dafür das nötige Personal.

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