Stetten Gäste berichten vom Klosterleben

Die Gesprächsrunde: Hannes Reis (von links), Pater Christoph Gerhard, Schwester Judith Reis und Jutta Haid.
Die Gesprächsrunde: Hannes Reis (von links), Pater Christoph Gerhard, Schwester Judith Reis und Jutta Haid. © Foto: Franz Buckenmaier
Stetten / Franz Buckenmaier 13.03.2018
Zum Thema „Klosterleben heute“ berichteten zwei Gäste von anderen Klöstern.

Zum Abschluss des Jubi­läumsjahres – zum 750-jährigen Bestehen des Stettener Klosters und dem 20-jährigen Bestehen des Fördervereins Klosterkirche – fand am vergangenen Samstagabend im Johannessaal der Klosterkirche ein Themenabend statt. Die Teilnehmer hörten Berichte über das heutige Klosterleben.

Vorab blickte der Vorsitzende des Fördervereins Hannes Reis auf das Jubiläumsjahr zurück. Dann stellte sich als erste Referentin Schwester Judith Reis, Oberin des Ursulinenklosters Straubing, vor. Sie ging auf die Gründerin des Ursulinenordens, Angela Merici, ein. Merici hatte einen großen Teil ihres Lebens am Gardasee und in Brescia verbracht. Im Jahre 1535 gründete sie die „Compagnia di Sant‘Orsola“, aus der sich der Ursulinenorden entwickelte. Im 17. Jahrhundert wurden die Ursulinen in Frankreich bis zur französischen Revolution zum bedeutendsten Schul­orden mit 300 Klöstern. Heute gibt es noch zehn Ursulinenklöster in Frankreich. In Deutschland wurde 1639 das erste Ursulinenkloster in Köln gegründet. In Straubing sind heute noch drei Schulen, die inzwischen in einer Schulstiftung, der das Ursulinenkloster ebenfalls angehört, aufgegangen sind. Der Konvent der Ursulinen in Straubing liegt mitten in der Stadt und mitten zwischen drei Schulen.

Liebe Gottes erfahrbar machen

Die Gemeinschaft der Schwestern will die Liebe Gottes zu allen Menschen sichtbar und erfahrbar machen. Die Frauen haben sich zum Ziel gesetzt, Frieden und Eintracht zu stiften.

Als zweiter Referent beschrieb Pater Christoph Gerhard, Cellerar des Klosters Münsterschwarzach, das Leben des Ordensgründers Benedikt von Nursia und die Geschichte der Abtei Münsterschwarzach. Sie wurde 877 durch die Benediktiner gegründet und in der Säkularisation 1803 geschlossen. 1901 erwarb der Orden die Abtei zurück und stelle sie bis 1913 wieder her.

130 Ordensangehörige gehören heute zum Kloster, mit 800 Schülern sind rund 1200 Personen für die Abtei tätig. Diese besteht nicht nur aus der Kirche und dem Kloster, sondern auch aus einem ökologischen Gartenbaubetrieb, einem konventionellen Landwirtschaftsbetrieb, einem Gästehaus, einem Verlag, aus Handwerksbetrieben und aus einem „Energie-Projekt Abtei Münsterschwarzach“. Dieses Projekt hat das Ziel, die Abtei mit einer Energiegewinnung aus Holzhackschnitzeln, Sonne, Wind und Wasser autarke zu versorgen. Die Mönche leben unter der Regel des Heiligen Benedikt im Wechsel von Gebet und Arbeit. Zentral im Leben der Benediktiner ist die Suche nach Gott. Fünf Gebetszeiten am Tag geben dem Mönchsleben Struktur. Dazwischen wird an den verschiedenen Arbeitsplätzen gearbeitet.

Das Kloster ist wirtschaftlich unabhängig und versorgt sich selbst. Produkte des Klosters werden fair gehandelt.

Während sich das Ursulinenkloster Straubing dem Schulbetrieb widmet, ist die Abtei Münsterschwarzach für die Region Mainfranken ein geistliches Zentrum und ein touristisch und wirtschaftlich bedeutender Faktor. Rund 10 ­000 Übernachtungsgäste im Gästehaus und über 200 000 Tagesbesucher sind jährlich zu verzeichnen.

Nach den Ausführungen der Referenten wurde eine Fragerunde mit Moderation von Jutta Haid und von Hannes Reis abgehalten. Pater Christoph und Schwester Judith berichteten beide, dass es auch Tage gebe, an denen man Reue oder Zweifel empfinde. Solche Gedanken würden aber immer wieder verschwinden.

Wenn Probleme innerhalb der Kloster-Gemeinschaft aufträten, gelte die Regel: „Denke, bevor du redest.“

An die Fragerunde, bei der sich auch viele Gäste aus dem Publikum einbrachten, schloss sich ein Stehempfang an.

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Referenten berichteten von ihrem Leben im Kloster: Judith Reis, Oberin des Ursulinenklosters Straubing, und Christoph Gerhard, Cellerar des Klosters Münsterschwarzach.

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