Hechingen Furioses Finale für neue Musik in der Villa

Die Band „Garage Groove“ sorgte zum diesjährigen Finale in der erfolgreichen Reihe „Sonntags Sounds nach sechs“ für ein ausverkauftes Haus in der Villa Eugenia und begeisterte die Zuhörer mit Jazz und Rock.
Die Band „Garage Groove“ sorgte zum diesjährigen Finale in der erfolgreichen Reihe „Sonntags Sounds nach sechs“ für ein ausverkauftes Haus in der Villa Eugenia und begeisterte die Zuhörer mit Jazz und Rock. © Foto: Diana Maute
Hechingen / Diana Maute 20.11.2018
„Garage Groove“ begeisterten in der Reihe „Sonntags Sounds nach Sechs“ mit Jazz und Pop in der Villa Eugenia.

Grooving und moving sind ihre Spezialität: Wenn die sechs Jungs von „Garage Groove“ loslegen, ihren pulsierenden Sound auspacken und jedes noch so kleine Molekül im Raum mit elektrisierenden Rhythmen füllen, reißt das förmlich jeden vom Hocker. Bei über 100 Besuchern, welche die Villa Eugenia beim restlos ausverkauften Konzert  regelrecht stürmten, waren es entsprechend viele Füße, die begeistert im Takt mitwippten. Ein überwältigender Erfolg, der den Machern der frischen musikalischen Reihe „Sonntags Sounds nach sechs“, einmal mehr Recht gibt.

Ganz überwältigt von dem großen Besucherandrang waren Friedrich Zimmermann und Angelika Kalchert vom Förderverein Villa Eugenia, welche die Konzertreihe gemeinsam organisieren. Bereits die ersten beiden Auflagen mit dem „Trio Cajon“ und „The Soulshapes“ waren mehr als gut besucht. Dass mit dem dritten Sonntags-Sounds-Konzert noch eine Schippe draufgelegt wurde, übertraf alle Erwartungen. Kein Wunder also, dass Initiator Frieder Zimmermann bereits wieder viele neue Ideen für eine Fortsetzung im nächsten Jahr durch den Kopf schwirren.

Mit der als „Werkstattband“ bekannt gewordenen Formation „Garage Groove“, bestehend aus Jörg Bach (Schlagzeug), Wolfgang Fischer (Piano), Ralf Gugel (Gitarre), Arno Haas (Saxophon), German Klaiber (Bass) und Dominik Steegmüller (Gesang), griffen diesmal sechs echte Profis ganz tief in die musikalische Schatzkiste. Was sie daraus hervorholten, ließ die Herzen des Publikums höher schlagen: Songs von Stevie Wonder und Toto, Hits von Sting und Queen, Chick Corea und vielen anderen bekannten Größen der Musikszene. Dabei sind „Garage Groove“, die sich dem Jazz und Popular Rock verschrieben haben, aber weit davon entfernt, die großen Hits einfach zu covern. Nein, die Band, die durch Gigs in einer Albstädter Werkstatt bekannt geworden ist, verleiht jedem einzelnen Stück einen ganz eigenen Anstrich.

Wenn sie das lässige „Mornin’ Mister Radio“ von Al Jarraeu oder das im wahrsten Sinne pfiffige „Mr. Bojangles“, bekannt unter anderem durch Sammy Davis Jr., anstimmen, breitet sich unwillkürlich ein lässiger Sound im Raum aus, der dem Sextett wie auf den Leib geschneidert ist. Bei Stings gefühlvollem „If I Ever Lose My Faith in You”, zeigt sich die ganze Ausdrucksfähigkeit der Combo, die sich einst zwischen Ölfässern und Ersatzreifen in der Autowerkstatt von Ralf Gugels Schwiegervater in Albstadt zusammengefunden hat.

„Dort hat alles angefangen“, blickte Sänger Dominik Steegmüller zurück, der zwischen den einzelnen Stücken mit unterhaltsamen Anmerkungen aufwartete. Im Dialog unter sich und mit dem Publikum bewiesen die sechs Musiker, die allesamt in verschiedenen namhaften Bands spielen und nur einmal im Jahr in der Formation „Garage Groove“ auftreten, nicht nur ihre unglaubliche Musikalität, sondern auch einen enorm hohen Unterhaltungsfaktor. Bei so viel Charme nahm das hohenzollerische Publikum selbst das mit Humor, dass Hechingen für den Mannheimer Dominik Steegmüller noch „irgendwie zu Stuttgart“ zählt.

In gewissem Sinne ist die Welt eben klein, während der musikalische Kosmos der Band umso größer erscheint. Umwerfende Saxophon-Soli von Arno Haas prägten Stücke wie „What a Difference a Day Made“, jüngst von Überflieger Jamie Cullum gesungen, während „Fly me to the Moon“, das unter anderem von Frank Sinatra interpretiert wurde, vor allem vom fulminanten Piano-Solo Wolfgang Fischers geprägt war. Dominik Steegmüller legte bei jedem Lied seine großartige Stimme über den pulsierenden Bass und verbündete sich mit den Klängen der Gitarre; dazu trieb das Schlagzeug die Songs voran. So entstand ein Groove, der nicht nur in der Garage wirkt, sondern auch den stuckgeschmückten Räumen der Villa äußerst gut zu Gesicht stand.

3

Konzerte hat es in der neuen Sonntagabendreihe des Fördervereins Villa Eugenia jeztzt gegeben. Aus dem Versuch ist ganz schnell ein Erfolg geworden, der fortgesetzt werden muss!

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel