Hechingen 25 Jahre Kinder brauchen Frieden

Sind für die Jubiläumsfeierlichkeiten gerüstet – von links: der Vereinsvorsitzende Jürgen Müller, Conny Bierlmeier und Vorstandsmitglied Michael Eberhard.
Sind für die Jubiläumsfeierlichkeiten gerüstet – von links: der Vereinsvorsitzende Jürgen Müller, Conny Bierlmeier und Vorstandsmitglied Michael Eberhard. © Foto: Sabine Hegele
Hechingen / Sabine Hegele 15.08.2018
Die Hechinger Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden feiert am Wochenende 15./16. September ihr 25-jähriges Bestehen.

Auf den Flyern und Plakaten zum 25-jährigen Bestehen der Hechinger Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden hält eine weiße Hand eine schwarze Hand. Die weiße gehört Cornelia Bierlmeier. Ihr Name,und vor allem der ihres im März 2009 gestorbenen Mannes Michael, stehen für all das, was der Verein heute ist. Eine Einrichtung, die nachhaltig – bei einem Verwaltungsaufwand von lediglich zwei Prozent – die Lebenssituation von in Not geratenen Kindern in vielen Teilen der Welt verbessert. Dabei ist es für Kinder brauchen Frieden entscheidend, Rahmenbedingungen vor Ort zu schaffen, um Kindern mit ihren Familien – möglichst in deren Heimat – ein selbstbestimmtes und sicheres Leben zu ermöglichen. Dazu wird in allen Projektländern – als da wären: Ruanda, Kroatien, Sri Lanka und Bulgarien – mit verlässlichen Partnern vor Ort und auf Augenhöhe zusammengearbeitet.

Diese Projektpartner werden allesamt Gäste der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum sein, das am Wochenende 15./16. September in Hechingen begangen wird. Die Einladungen an die Mitglieder (immerhin rund 800), Sponsoren und Partner werden dieser Tage verschickt.

Auftakt der Feier in der Stadthalle „Museum“ ist am Samstag, 15. September, um 15 Uhr mit Kaffee und Kuchen, gefolgt von der offiziellen Eröffnung. Darauf wird Conny Bierlmeier auf der Empore die Bilderausstellung „25 Jahre Kinder brauchen Frieden“ in der Familie Bierlmeier eröffnen.

Voraussichtlich im Konstantinsaal findet ab 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Schirmherren des Vereins zum Thema „Unser Herz ist weich, aber unsere Möglichkeiten endlich – Entwicklungszusammenarbeit – eine gesellschaftliche Notwendigkeit“ statt. Hier erwartet sich Jürgen Müller, seit April neuer Vereinsvorsitzender, ehrliche Worte beispielsweise darüber, wo Hilfe Sinn macht – und wo nicht. Gefordert sind hier Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Dr. Klaus Kinkel sowie die Abgeordneten Dr. Martin Rosemann und Annette Widmann-Mauz. Damit auch die Partner aus den Projektländern aktiv an der Diskussion teilhaben können, werden Simultandolmetscher zur Verfügung stehen.

Ab 19 Uhr wird es im großen Saal einen Internationalen Langen Tisch mit Speisen aus aller Welt geben. Später spielen James Torto & Friends zur Unterhaltung der Gäste auf.

Am Sonntag, 16. September, klingen die Jubiläumsfeierlichkeiten um 17 Uhr mit einem Konzert der Band Genezareth in der Johanneskirche aus.

25 Jahre Vereinsarbeit – das ist eine lange Zeit. Und kaum einer anderen Einrichtung als Kinder brauchen Frieden ist es je besser gelungen, über all die Jahre erfolgreich zu bleiben. Eindrucksvoller Beleg dafür: Bis heute kommen jährlich rund 350 000 Euro an Spendengeldern zusammen. Ganz sicher auch deshalb, weil die Hilfe direkt vor Ort ankommt. Das findet große Anerkennung. Beispielsweise bei Sternenbäck: Der Betrieb wird die Einkäufe seiner Kunden ab dem 1. September über die Stadtgrenzen hinaus in Tüten verpacken, die das Logo der Hechinger Hilfsorganisation tragen. Auch so bleibt man präsent.

Apropos: Nach so vielen Jahren des Engagements für Kinder in Not – bleiben einem da manche Geschehnisse mehr im Gedächtnis als andere? Conny Bierlmeier sagt ja. Nach dem Genozid gab es aus dem Nachbarland Ruanda eine Massenflucht nach Goma. Über eine Million ruandische Flüchtlinge machten aus der einstigen Kleinstadt der Demokratischen Republik Kongo eine Millionenstadt. Conny Bierlmeier und ihr Mann Michael flogen Mitte der 1990er-Jahre dorthin, um zu helfen. Und fanden ihre Adoptivtochter Mukamana – nachdem diese lebend aus einem Massengrab befreit worden war. 1996 kam das Mädchen nach Hechingen ,heute ist die junge Frau 29 Jahre alt.

Nicht verpufft ist auch die damals angestoßene Hilfe: In Goma und dem Nachbarland Ruanda gibt es heute ein von Kinder ­brauchen Frieden betreutes Krankenhaus, eine Schule, einen Kindergarten, ein Ernährungszentrum…

Da ist sie wieder, diese Nachhaltigkeit, die den Hechinger Verein hoffentlich noch viele, viele Jahre Gutes tun lässt für Kinder in Not.

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