Beuren Für das Naturschutzgebiet "Beurener Heide" gibt es jetzt ein Konzept für die Pflege

Interessante und vielfältige Informationen zum Naturschutzgebiet "Beurener Heide" gab es bei der Vorstellung des Maßnahmenkonzeptes für die Landschaftspflege. Dr. Wolfgang Herter leitete den Rundgang. Foto: Eugen Pflumm
Interessante und vielfältige Informationen zum Naturschutzgebiet "Beurener Heide" gab es bei der Vorstellung des Maßnahmenkonzeptes für die Landschaftspflege. Dr. Wolfgang Herter leitete den Rundgang. Foto: Eugen Pflumm
Beuren / EUGEN PFLUMM 03.07.2013
Die Beurener Heide ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Und das gilt es richtig zu pflegen. Das Regierungspräsidium Tübingen hat am Montagabend ein Maßnahmenkonzept für das Refugium vorgestellt.

Ortsvorsteher Peter Gantner sprach im Namen der Ortschaftsverwaltung Grußworte an die Delegation. Neben Revierförster Rainer Wiesenberger, dem Hechinger Nabu-Vorsitzenden Gert Rominger und dem Vorsitzenden des Nabu-Kreisverbandes Zollernalb, Hans-Martin Weisshap, hatten auch Rainer Ressel von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes in Balingen und die Landwirte und Hauptpfleger der Beurener Heide, Robert Schuler und Klaus Keller, den Weg in den höchstgelegenen Stadtteil angetreten.

Sylvia Metz freute sich als Vertreterin des Referats Naturschutz und Landschaftspflege im RP Tübingen, dass das Landschaftspflegekonzept für das Naturschutzgebiet "Beurener Heide" nun vorgestellt werden könne. Sie unterstrich die herausragende Bedeutung des Areals, bei dem die Naturschutzbehörden voll und ganz das Sagen hätten, da sich der Bereich komplett im Besitz des Landes befindet.

Der Diplom-Biologe Dr. Wolfgang Herter vom Institut für Naturschutzfachplanungen Südwest informierte anhand verschiedener Kartierungen über die Ergebnisse der neuesten Bestandserhebungen. Nach diesem Exkurs in die Theorie begab sich die Gruppe auf einen Rundgang, um vor Ort bestimmte Themen ansprechen und Gegebenheiten besichtigen zu können.

Die Begehung hatte die drei Hauptkapitel Flora, Vögel und Heuschrecken, Tagfalter und Widderchen. Wolfgang Herter unterstrich, dass in dem untersuchten Gebiet 43 Rote-Liste-Arten festgestellt wurden. Im Gegensatz zu früheren Jahren seien wichtige Arten schon nicht mehr aufgetaucht. So habe man das in Deutschland sehr selten vorkommende bleiche Knabenkraut nicht mehr gefunden. Dennoch, so unterstrich der Experte, könnte es an einem ganz verborgenen Ort die Beurener Heide heute noch bereichern.

Während bei der Bestandserhebung für die Heidelerche oder den Wendehals kein Brutvorkommen mehr notiert werden konnte, wurden beim Neuntöter neun Nistplätze gezählt. Um das Flockenblumen-Grünwidderchen, eine ganz seltene Schmetterlingsart, weiter schützen zu können, sollte auf keinen Fall in den Monaten Juni und Juli gemäht werden, sagte Herter an die Adresse der beiden Landwirte.

Besichtigt wurden während des Rundganges Magerwiesen ohne Wacholderbestand, dann die typische Wacholderheide mit Gehölzen und die sehr artenreichen Feuchtbereiche. Wolfgang Herter erwähnte einen sogenannten Neophytenbefall, das sind neu eingewanderte Pflanzen, auf kleineren Flächen. Im Ausblick auf anstehende Maßnahmen erwähnte Sylvia Metz, dass ein Drittel des Gehölzbestandes entfernt werden solle, was Gert Rominger gerne in mehreren Stufen aufgeteilt sehen würde: Man sollte den landschaftsästhetischen Aspekt nicht außer acht lassen.

Ein ganz großes Problem, darin waren sich alle Teilnehmer einig, sind die etlichen Trampelpfade, die wohl von Orchideeliebhabern stammen. Wie können die Besucher besser gelenkt werden? Das war eine zentrale Frage, die länger diskutiert wurde. Eine zufriedenstellende Antwort wurde nicht gefunden.

Interessante Informationen gab es bei der Besichtigung von stark verbuschten Flächen, bereits in der jüngeren Vergangenheit durchforsteten Kiefernbereichen und Flächen mit Pflegerückständen. Zur Sprache kamen zudem die Vor- und Nachteile einer Beweidung, dir durchaus hilfreich sein könnte. Dies sei allerdings für die nächste Zukunft nicht geplant, sagte Sylvia Metz. Schließlich sei die Beurener Heide ein Investitionsschwerpunkt im Kreis, und da wolle man die bisher bewährte Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen nicht ändern. Eine wichtige Rolle kommt weiterhin den Landwirten zu, welche die Wiesen nur zu einer bestimmten Jahreszeit mähen dürfen.

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