Jungingen Frohes Ausflippen

Jungingen / MATTHIAS BADURA 22.03.2014
Ein Kneipenkonzert vom Feinsten erlebten die Besucher in der Junginger "Krone". Gerhard "Beefy" Wurst, der Albstädter Gitarrenvirtuose, trat mit Agathe Paglia auf. Beide rissen die Leute von den Sitzen.

Über Beefy gibt es in der hiesigen Gegend nicht mehr viel Neues zu verkünden. Der Berufsmusiker ist einem großen Publikum als exzellenter Gitarrist bekannt, der die Standards von den Beatles über Police bis zu den aktuellen Charts beherrscht, und der jeden noch so kleinen Gig in ein Ereignis verwandelt. Beefy spielt immer mal wieder mit anderen Partnern und Bands zusammen. Von daher gleicht auch kaum einer seiner Auftritte dem vorigen. Es klingt immer wieder neu, was er "& friends" bringen - möge es sich dabei auch um noch so oft gespielte Klassiker handeln. Das und Beefys handwerkliches Können sind sicher der Grund, warum er von nicht wenigen Fans und Fachleuten längst als "Gitarrenlegende" bezeichnet wird.

In der Junginger "Krone" stand Agathe Paglia an seiner Seite. Wer zum falschen Zeitpunkt in den Abend einstieg - etwa weil er Zeit benötigte, vom Eingang in den Hauptraum zu gelangen, so knallevoll war der Laden - wer also zum falschen Zeitpunkt zuhörte, der konnte meinen, Paglia sei zur Dekoration da.

Ein paar Lieder lang unterstützte die Sängerin den Gitarristen bloß ansatzweise, dudelte die Refrains mit. Umso knalliger war der Effekt, als die Frau dann loslegte. Wow! Die hat es drauf! Eine Stimme, die einerseits danach klingt, als ob schon etliche Whiskeys darüber geplätschert wären, als ob sie zu einer gemarterten Seele gehöre, die immer mal wieder darüber fluchen und lamentieren muss, dass sie von irgendwelchen Cowboys oder Tramps sitzen gelassen wurde: hart, rauchig, rebellisch. Dann tönt Paglia aber auch wieder sanft, melodisch bis betörend, zudem sicher und klar in der Höhe. Nein, ihr fehlt es wirklich an nix, was man braucht, um Rock, Blues oder Soul zu gestalten.

Der Abend neigte sich noch längst nicht dem Ende zu, da flippten die Zuhörer schon aus - etwa als die beiden "Rollin on the River" vortrugen. Tänzerischer Tumult entbrannte vor der Ecke, in der Beefy und Paglia ihre Anlage aufgebaut hatten. Gut, es waren nicht sofort alle Besucher, die da wild die Glieder verrenkten. Aber recht früh schon ein paar. Und das ist auf der Alb beziehungsweise am Albtrauf viel, wenn man bedenkt, dass hier üblicherweise folgendermaßen getanzt wird: An der Tanzfläche stehend, den Daumen der einen Hand in der Hosentasche, die andere Hand am Bier und indem man mit der Schuhspitze den Takt auf den Boden tippt.

Anschließend steigerte sich die Stimmung von Song zu Song. Wer nicht tanzte, klatschte mit oder bekundete seine Begeisterung durch Johlen und Pfeifen.

Nochmals zu Paglia: Kenner der Szene dürften natürlich alles andere als überrascht gewesen sein. Sie ist keine Unbekannte und schon gar keine Neueinsteigerin. Es handelt sich bei ihr um die Frontfrau von "Beauty and the Beatz" und ihre Bühnenerfahrung, auch wenn man der Rockröhre (und Rockmähne) das äußerlich nicht ansieht, beträgt rund 20 Jahre. Sie ist ebenfalls eine Legende. Die man spätestens jetzt auch im Killertal kennt.

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