Hechingen Frohe Kontraste

Hechingen / ANGELIKA KALCHERT 21.02.2014
Schön kontrastreich geht es weiter in der Villa Eugenia. Der Förderverein wartet ab diesem Sonntag auf mit einer Papier- und Keramikausstellung mit Werken von Sylvia Faragó und Hozana Gomes da Costa.

Die Vernissage zur neuen Ausstellung in der Villa Eugenia am Sonntag, 23. Februar, beginnt um 14 Uhr. Im Zentrum der Arbeiten von Sylvia Faragó stehen handgeschöpfte Papiere, die den Betrachter durch ihre außergewöhnliche optische und haptische Wirkung verblüffen. Die Ausgangsbasis für den bildnerischen Prozess bildet ein Brei aus säurefreiem, alterungsbeständigem Zellstoff. Die Masse wird mit natürlichen Farbstoffen eingefärbt. Während des Schöpfvorganges werden zwischen den nassen Papierschichten Naturmaterialen wie Halme, Blätter und Schoten eingewoben. Im Ergebnis entstehen Bilder, die reliefartig in den Raum ausgreifen. Immer weisen die Bildwerke von Sylvia Faragó zeichenhaft über sich hinaus. Reisen in verschiedene Länder, besonders aber nach Südamerika, führten zu einer intensiven Auseinandersetzung mit prähistorischer Kunst und deren Symbolsprache.

Sylvia Faragó wurde 1946 in Budapest geboren. Nach dem Abitur hat sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Buchgrafik studiert.

Hozana Gomes da Costa arbeitet mit Ton und in der Raku-Technik. Raku ist eine japanische Brenntechnik, die Wohlgefühl, Freude und Glück bedeutet. Sie ist eng mit der Teezeremonie in Japan und dem Zen-Buddhismus verbunden. In einem Wechselspiel von Spannung und Meditation verbinden sich in jedem Werk die vier Elemente Luft, Erde, Feuer und Wasser. Dadurch erhält jedes Stück seine individuelle Entstehungsgeschichte und ist einzigartig in Ausdruck, Form und Farbe.

In ihren Raku-Objekten zeigt die Künstlerin die Kontraste zwischen rund und eckig, schwer und leicht, glänzend und matt, rauh und glatt: "Bei der Raku-Technik verwende ich zusätzlich zum grobkörnigen Ton oft ergänzend ein weiteres Material, wie Metallnägel oder elektrische Widerstände. Die feinen elektrischen Widerstände stehen im reizvollen Kontrast zum eher groben Ton. Die groben Nägel unterstreichen die Raku-Brandspuren."

Hozana Gomes da Costa wurde 1952 in Recife (Brasilien) geboren. Seit 1974 lebt und arbeitet sie in Deutschland. Sie ist Mitglied im Bundesverband Kunsthandwerk sowie im BdK Baden-Württemberg.

Sylvia Faragó spricht zur Einführung. Das Duo de la Plata umrahmt mit Tangomusik die Eröffnung.

Info Die Ausstellung ist zu sehen bis 30. März, samstags von 15 bis 17 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr.

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