Hechingen / Matthias Badura  Uhr
180 Angehörige des Hechinger Gymnasiums und der Alice-Salomon-Schule zogen am Freitag vor das Rathaus und warnten vor den Folgen der Erderwärmung.

Krawall in der Stadt, Sprechchöre skandieren zunächst Unverständliches, Passanten bleiben stehen, Autos halten an. Deutlich hörbar sind es jugendliche Stimmen, deutlich sichtbar sind es Schüler, die in einem langen Tross Richtung Marktplatz ziehen. Hitzefrei? Vorzeitiger Ferienbeginn? Nein, die „Fridays for Future“-Bewegung ist angekommen. Was die Bürger gestern kurz vor Mittag hörten und sahen, war die erste Hechinger Schülerdemonstration, der erste Hechinger Unterrichts-Streik, der auf den fortschreitenden Klimawandel aufmerksam machen will. Und dessen Ziel es ist, dass ein Umdenken zugunsten eines verantwortungsvolleren Umgangs mit der Umwelt einsetzt. Denn: „There is no Planet B“, wie die Jugendlichen wieder und wieder schrieen: Es gib keinen zweiten Planeten, den die Menschheit besiedeln könnte, wenn der, auf dem wir leben, hinüber ist.

Sprechchöre vor dem Rathaus

Initiiert wurde der Streik von drei Sprechern der Klassenstufe 12 des Gymnasiums: Ladina Müller, Laura Ebisch und Jakob Streich. „Wir wussten nicht, wie viele unserem Aufruf folgen würden, ob sieben oder 20“, sagte Ladina Müller gegenüber der HZ. „Zuletzt haben wir mit 70 gerechnet, aber es sind wohl doch mehr gekommen?“ Deutlich mehr! Es dürften um die 180 Gymnasiasten und Angehörige der Alice-Salomon-Schule aus allen Klassenstufen gewesen sein, die sich dem Marsch anschlossen und an der Kundgebung vor dem Rathaus teilnahmen.

Werden die Demos jetzt, so wie weltweit in anderen Städten, regelmäßig freitags stattfinden? Das steht momentan nicht fest. „Wenn sich weitere Schüler und vielleicht auch Bürger anschließen, wäre das denkbar“, hieß es. Man werde sehen.

Wer schließt sich den Schülern an?

Bürger? Einer, der am Marktplatzrand stand und zusah, maulte; bruddelte etwas von „fauler Jugend, die besser was lernen sollte“. Andere nickten zustimmend, reckten den Daumen nach oben. Sie finden das Engagement der Schüler offensichtlich gut.

Zum Auftakt der Kundgebung, während der mehrere Demo-Teilnehmer über die Klimaerwärmung und ihre Folgen sprachen, erläuterte Ladina Müller nochmals die Gründe, warum man auf die Straße ziehe und weshalb sich sowohl das Bewusstsein wie auch die Politik in Bezug auf das Klima ändern müsse: „Unserem Planeten geht es schlecht (...) Durch unser Handeln zerstören wir unseren Planeten und zerstören so unsere Zukunft. Wir müssen unsere CO2-Emissionen reduieren, weil wir diese Klimakrise sonst nicht friedlich überleben werden.“

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