Die Öffnung eines Freibades braucht nach der Winterpause mindestens acht Wochen Vorlauf. Das Haigerlocher Freibad-
team unter Leitung von Adam Kansy reinigt die Becken, pflegt die Liegeflächen, prüft die Technik und spült die Leitungen – zur Prävention vor Legionellen.

Landratsamts muss Startschuss geben

Nun strahlt endlich auch die Sonne, das schmuddelige April- und Maiwetter scheint, vorüber zu sein und die Corona-Inzidenzzahlen im Zollernalbkreis fallen die vergangenen Tage vielversprechend auf unter 100 pro 100 000 Einwohner. Sofern die Marke bis inklusive Freitag nicht erneut überschritten wird, könnte das Bad am kommenden Sonntag, 6. Juni, seine Pforten öffnen.
„Den Startschuss muss das Landratsamt geben“, erklärt  die stellvertretende Hauptamtsleiterin Verena Kruse. „Aber wir und das Freibadpersonal sind auf alle Fälle darauf vorbereitet, dass es losgehen kann.“

Stadt hat viel investiert

Die Stadt Haigerloch hat das familienfreundliche Bad in vergangenen fünf Jahren mit viel Aufwand rundum erneuert. Rund 4,8 Millionen Euro wurden insgesamt in die Sanierung des  Kleinkinder-Badebereiches, in den Sanitärbereich, den Kiosk, die beiden großen Becken, die inzwischen mit Edelstahl ausgekleidet sind, sowie in die Außenanlagen gesteckt!
Somit wird die Badesaison die zweite in der sanierten Anlage sein – aber auch die zweite, die mit einem coronabedingten Sicherheits- und Hygienekonzept bewältigt werden muss. Es wird dasselbe sein, das  sich schon im Sommer 2020 bewährte.

Ein bewährtes System

„Wir wollen bei dem System bleiben, wonach das Freibad in zwei Blöcken öffnet“, so Verena Kruse. Der erste dauert von 8 bis 13 Uhr mit einer Stunde Pause für die Desinfektionsarbeiten. Dann öffnet das Bad erneut von 14 Uhr bis 20 Uhr. Sonn- und Feiertags wird morgens eine Stunde später geöffnet und abends eine Stunde früher geschlossen.

Erstmals Einzelkarten

Zehner-Karten sollten – wie im vergangenen Jahr – im Bürgerbüro oder in den Ortschaftsverwaltungen gekauft und die gewünschten Bade-Termine über die Online-Plattform der Stadt gebucht werden. Neu ist in diesem Jahr, dass es auch eine Einzelkarte für vier Euro gibt.
Die größte Veränderung stellt dar, dass der Zutritt nur Personen gewährt wird, die geimpft sind, die einem tagesaktuellen Negativ-Test vorweisen oder eine noch nicht zu lange zurückliegende Covid-19-Erkrankung hinter sich haben. Weiter gelten Maskenpflicht und die Abstandsregeln auf den Liegewiesen. Damit man die Kontrolle über die Zahl der Besucher hat, setzt man wiederum Armbänder ein.

Die Anzahl hat sich verdoppelt

Allerdings – das ist ein Unterschied – dürfen mehr Besucher ins Bad. Im vergangenen Jahr war die Zahl auf 300 begrenzt. Jetzt verfügt man über größere Liegewiesen, weil inzwischen der neue Rasen angewachsen ist. Pro Vormittags- und Nachmittagsblock dürfen jeweils 600 Personen in die Freizeitstätte.

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Euro kostet die Einzelkarte – die es in dieser Corona-Badesaison erstmals gibt. Schon am Sonntag könnte das Freibad seine Pforten öffnen.

Bürgermeister Götz: „Das ist 21. Jahrhundert und kundenfreundlich“


Kritik Das Freibad Haigerloch hat auch via Instagram vorab sein Hygienekonzept veröffentlicht und freut sich, seine Gäste „hoffentlich bald begrüßen zu dürfen“. Allerdings hagelt es auch Kritik. Eine Userin schreibt: „Schade, dass ihr nur geimpfte, genesene und getestete Personen rein lasst. Es gibt auch noch die, die es gar nicht bekommen haben. Bin mal gespannt, wie lange das so bleibt beziehungsweise, wie lange ihr das Freibad so halten könnt.“ Das Freibadteam antwortet: „Diese Regeln sind leider nicht von uns so erdacht, sondern gemäß der bundeseinheitlichen Corona-Schutzmaßnahmen festgelegt worden.“ Die Frau räumt ein: „Ich weiß, schade nur, dass sich keiner dagegen wehrt, um den ’Normalen’ ein gleichwertiges Leben zu ermöglichen.“

Kartenkauf Eine andere Followerin kritisiert: „Wieso kann man Karten nicht auch online kaufen? Es ist 2021, und bevor ich ’ne Reise unternehme, um eine Eintrittskarte zu kaufen, gehe ich lieber in ein Freibad, die das hinkriegen.“ Das Freibadteam sieht sich nicht in der Pflicht und betont: „Bei Fragen, was den Kartenverkauf betrifft, bitte telefonisch beim Kulturbüro Haigerloch anrufen.“ Bürgermeister Heinrich Götz ist mit dem Thema bestens vertraut: „Da haben wir uns letztes Jahr intensiv mit beschäftigt“, sagt er. Und auch dieses Jahr sei es wieder Thema gewesen. Aber es sprächen viele Argumente gegen das Onlinekaufen eines Tickets in Haigerloch. Die Zahlungsabwicklung müsse über Paypal oder Banken erfolgen, das sei schwierig, in kurzer Zeit umzusetzen. Zudem würden sich Mehrkosten ergeben, die an der Stadt hängen bleiben. Hinzu kommt, dass bei einem reinen Online-Vorverkauf Senioren womöglich ausgeschlossen wären, weil sie keine Möglichkeit haben, sich so ein Ticket zu kaufen. Götz fügt hinzu, dass dieses Jahr Einzelkarten angeboten werden und das Geld bei nicht aufgebrauchten Zehnerkarten am Ende der Badesaison zurückerstattet wird. Hinzu kommt ein Online-Termin-Buchungssystem. „Das ist 21. Jahrhundert und kundenfreundlich“, sagt er. Zudem stelle er ein großzügiges Kartenkontingent bereit: Das Freibad startet mit 600 Plätzen, um 20 Quadratmeter pro Gast einzuhalten. Wenn die Inzidenz weiter sinkt, können bald 10 Quadratmeter pro Badender ausreichen, und dann kann der Schultes noch mehr freie Plätzen garantieren – und damit auch sichere Einlasschancen. ste