Hechingen Filmdreh über Träume vor der Villa Eugenia

Hechingen / Von Melanie Steitz 05.10.2018
Regisseure von „Als ich mal groß war“ arbeiten mit einem großen Kamerateam und bekannten Schauspielern in Hechingen.

Das Gras ist ganz mit Tau bedeckt, die Sonne verbreitet indes schon eine wohlige Wärme. Es ist Freitagvormittag, elf Uhr, vor der Villa Eugenia. Und die letzten Dreharbeiten des Kinofilms „Als ich mal groß war“ sind gerade in vollem Gange. Hauptdarsteller Constantin von Jascheroff, blond, athletisch, und bereits im Streifen „Barfuß bis zum Hals“ zu bewundern, steht im weitläufigen Garten des herrschaftlichen Hechinger Anwesens. Das Kamerateam und Co-Regisseur Philipp Fleischmann probieren jetzt eine neue Szene aus.

Schatten fängt langsam von Jascheroffs Körper ein. Vier Männer bewegen sich mit einem großen Handmodell auf ihn zu. Vorerst muss er noch gegen die Sonne ankämpfen, dann fängt ihn der Schatten ein. Er führt die rechte Hand zum Mund und öffnet ihn leicht. Er mimt seine Rolle „Lucas“ und sieht in dieser Szene die Villa seiner Angebeteten Renée wachsen. „Super cool. Danke. Haben wir“, ruft Regisseur Fleischmann nach dem vierten Mal. „Deine Augen können sich wieder erholen“, sagt er.

Film kommt 2019 in die Kinos

Fleischmann dreht gemeinsam mit Co-Regisseurin und Produzentin Lilly Engel. Ihr Film kommt 2019 in die Kinos. Auch die Sender Arte, der SWR und Radio Bremen beteiligen sich daran. Das Projekt wird zudem von der MFG Filmförderung sowie vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert.

Es geht um die Momente, aus denen das Leben besteht. Eine berührende, humorvolle Geschichte über echte Freundschaft und die ewige Liebe ist entstanden. „Wo gehen die Träume unserer Kindheit hin, wenn wir erwachsen sind?“ Diese Frage wird auch in „Als ich mal groß war“ thematisiert.

Fünf Jahre lang begleiteten Engel und Fleischmann unterschiedliche, reale Kinder auf dem Weg in ihre Jugend und blicken mit ihnen in ihre fiktionale Zukunft. An elf Drehtagen wird nun der visionäre Teil des Films in Berlin und Baden-Württemberg gedreht. Stationen im Ländle sind neben Hechingen auch Ludwigsburg und Stuttgart.

Unterkunft im Brielhof

Sehr zufrieden sind die Regisseure vor allem über den Drehort in Hechingen. „Wir sind wahnsinnig glücklich mit der Villa Eugenia“, verrät Fleischmann. „Das Wetter ist ein Traum“, frohlockt er. Die Suche nach dem Traumhaus eines jungen Mädchens war demnach gar nicht so einfach, betont der Regisseur. Doch das opulente Objekt in Hechingen bildet nun die perfekte Kulisse dafür.

Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag ist das 25-köpfige Team bis zu zwölf Stunden am Stück mit dem Dreh beschäftigt. Übernachtet wird im Hotel Brielhof. Viele Hechinger haben beim Förderverein Villa Eugenia schon angefragt, was dort passiert, teilt der Vorsitzende Joachim Wien mit. So steht an diesem Freitag, etwas abseits der Dreharbeiten, auch Gabi Schemminger mit einem Kinderwagen. „Wir waren schon gestern hier“, erzählt Schemminger, die dort jeden Tag spazieren geht. Am Donnerstag habe die Hechingerin allerdings noch nicht so viel erhaschen können. Da wurde nämlich noch innerhalb der Villa gedreht.

Am Freitag ist schon mehr los: Isabell Polak, eine echte Schönheit, die zuletzt neben Matthias Schweighöfer in „Vaterfreuden“ über die Leinwand flimmerte, steht nun mit von Jascheroff vor der Kamera. Nach der ersten Probe wird es ernst. Einige Frauen helfen ihr beim Zurechtmachen, dann steht sie in der weißen Robe auf dem Rasen. Von Jascheroff präsentiert ihr alias Lucas das Haus und dreht sich freudestrahlend zu ihr um – doch sie ist nicht gerade begeistert. „Der Blick war ja geil“, sagt Fleischmann entzückt; die Szene ist im Kasten. Nun beginnen die Aufnahmen mit der Drohne, die über dem Areal lautstark zu kreisen beginnt. Der Drehtag ist noch jung.

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