Wozu braucht die Hechinger Feuerwehr einen Rüstwagen? Bürgermeister Philipp Hahn und der kommissarische Gesamtstadt-Kommandant Frank Brecht führten am Donnerstagabend im Verwaltungsausschuss des Gemeinderates gleich mehrere aktuelle Fälle an: Bei so schweren Verkehrsunfällen wie kürzlich auf der B 32 oder bei einem Bergungseinsatz wie am Mittwochabend unterhalb des Zeller Horns ist ein solches Fahrzeug ebenso unverzichtbar wie bei Großschadenslagen durch Erdbeben oder Zugunglücke oder bei Gefahrguteinsätzen. Für die Überlandhilfe wird der Rüstwagen ebenfalls benötigt.

Die neueste Generation von Scheren und Spreizern

Der aktuelle Rüstwagen der Stadt-Feuerwehr stammt aus dem Jahr 1986 und ist technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand – wenn Autos immer massiver werden, braucht es auch die neueste Generation von Scheren und Spreizern, um eingeklemmte Menschen daraus zu befreien. Auch der Tüv hat schon „erhebliche Mängel“ festgestellt. Also war es im Gremium gänzlich unumstritten, dass eine Ersatzbeschaffung sein muss, auch wenn diese reichlich kostspielig ist. Gut 578 000 Euro lässt sich die Stadt das kosten, was Frank Brecht „eine optimale Lösung“ nennt. Die Empfehlung an den Gemeinderat erging einstimmig.

Ein Löschfahrzeug ist bald 40 Jahre alt

„Wann steht die nächste größere Beschaffung an?“ wollte Dr. Regina Heneka für die CDU-Fraktion wissen. Eine konkrete Antwort darauf erhielt sie noch nicht. Der Feuerwehrbedarfsplan wird derzeit überarbeitet und soll im kommenden Frühjahr vorliegen. Welches Auto in der Feuerwehrgarage aber als nächstes schlapp macht, wusste Brecht schon zu prognostizieren: das Tanklöschfahrzeug aus dem Jahr 1980.

Ein Feuerwehrmann kostet 6,82 Stunde pro Stunde

Noch ein zweites Feuerwehrthema beschäftigte den Verwaltungsausschuss: Die Satzung zur Regelung des Kostenersatzes für Leistungen der Hechinger Feuerwehr wurde – ebenfalls einstimmig – beschlossen. Diese beinhaltet auch ein genaues Kostenverzeichnis. So stellt die Stadt je Stunde Feuerwehrmann im Einsatz 6,82 Euro in Rechnung. Fahrzeuge kosten selbstredend ebenfalls: der Gerätewagen Atemschutz zum Beispiel 65,01 Euro, der Feuerwehrkran 95,23 Euro pro Einsatzstunde.

Auf dieser Grundlage wird auch der verirrte VW-Fahrer, der unterhalb des Zeller Horns gestrandet ist, seine Rechnung bekommen.

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