Hechingen Fette Beute am frühen Abend

Drei Männern wird eine Einbruchsserie im vergangenen Jahr zur Last gelegt. Am Montag eröffnete der Prozess gegen sie.
Drei Männern wird eine Einbruchsserie im vergangenen Jahr zur Last gelegt. Am Montag eröffnete der Prozess gegen sie. © Foto: Foto: Archiv
Hechingen / Matthias Badura 11.06.2018
Drei Männer sollen im weiten Umkreis zahlreiche Einbrüche begangen haben. Nun stehen sie vor dem Landgericht Hechingen.

Es war immer dieselbe Tour: Fenster einschlagen oder eindrücken, hinein ins Haus und mitnehmen, was sich mitzunehmen lohnt. Drei  Männer, zwei davon aus Albanien, der dritte ein italienischer Staatsbürger, stahlen Geld, Schmuck, Bargeld, Ringe; brachen bei Gelegenheit aber auch Hosen, Schuhe und einmal eine Pistole von ihren Fischzügen mit nach Hause.

22 Wohnhäuser suchten sie heim, wobei ihr Aktionsradius weit reichte. Betroffen waren Hausbesitzer in Empfingen, Ebingen, Jungingen, Stetten u.H., Ofterdingen, Willmandingen, Bodelshausen, Grosselfingen, Ebingen, Dotternhausen, Schömberg,  Unterjesingen oder Rottenburg, Jungingen gar zwei Mal. Doch auch Hausbesitzer in Krauchenwies, Überlingen oder Neuhausen auf den Fildern erhielten ungebetenen Besuch – zumeist am späten Nachmittag oder am frühen Abend.

Nicht in allen Fällen hatten die Täter Glück. Mehrfach wurden sie von Hausbewohnern überrascht und mussten fliehen, teils fanden sie auch nichts, was ihnen mitzunehmen wert erschien. Andere Raubzüge brachten dagegen fette Beute, in einem Fall machte das Trio 18 000 Euro auf einen Schlag, in einem anderen 12 000 Euro. Der Gesamtwerte aller gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf rund 50 000 Euro.

Die Serie dauerte von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2017, dann, am 17. Dezember 2017, schnappte die Polizei die drei. Gewohnt haben zwei der Angeklagten zu dem Zeitpunkt in Hechingen, einer in Ofterdingen. Von der Beute war jedoch bei ihnen nicht mehr viel zu finden.

Gestern wurde der Prozess gegen das Trio am Landgericht Hechingen eröffnet. Man könnte auch sagen: vorbereitet, denn zunächst wurde nur die Anklageschrift verlesen und lotete Richter Dr. Hannes Breucker aus, inwieweit die Angeklagten während der kommenden Prozesstage bereit sind, auszusagen – über sich selbst und über ihre Taten.

Es könnte ein langer Prozess werden, zehn Verhandlungstage sind zunächst angesetzt. Am Mittwoch, 20. Juni, haben als erstes die drei Angeklagten die Möglichkeit, zu sprechen. Wenn sie sprechen! Einstweilen schweigen zwei von ihnen.

An den nachfolgenden Verhandlungstagen wären die Zeugen – also Betroffene und Ermittler – an der Reihe.

Mit dem Verlesen der über vier Seiten starken Anklageschrift war Staatsanwalt Markus Engel am Montag geraume Zeit beschäftigt. Im Einzelnen zählte er auf, wann und wo sich die Taten ereigneten und was jeweils erbeutet wurde.

Begleitet wurde sein Vortrag vom Gemurmel zweier albanischer Übersetzer. Der Angeklagte mit italienischer Staatsbürgerschaft konnte ihm ohne Dolmetscher folgen, er spricht offenbar deutsch. Wie lange der 31-Jährige schon in Deutschland lebt, wurde einstweilen nicht klar, zur Sprach kam indes, dass die Albaner, 36 und 37 Jahre, allein zu dem Zweck aus ihrer Heimat anreisten, „um hier durch fortlaufende Einbrüche in Wohnhäuser ihren Lebensunterhalt zu finanzieren“, wie es der Staatsanwalt formulierte.

Andeutungsweise könnten noch weitere Einbrüche auf das Konto der Bande gehen. Die sind aber nicht Gegenstand der jetzigen Verhandlung.

Fortsetzung ist am Mittwoch, 20. Juni

Termin Die Verhandlung gegen die drei mutmaßlichen Einbrecher geht am Mittwoch, 20. Juni, um 9 Uhr am Landgericht Hechingen weiter. Dann haben sie die Möglichkeit, sich selbst zu den Vorwürfen zu äußern.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel