Hechingen FC und Sportfreunde feiern mit Elfmeterturnier

Matthias Zahn zeigt das Festplakat.
Matthias Zahn zeigt das Festplakat. © Foto: Martin Zimmermann
Hechingen / Martin Zimmermann 15.06.2018
Die Fußballer des FC 07 Hechingen und die Sportfreunde Sickingen feiern am Samstag im Weiherstadion Jubiläum mit Elfmeterturnier.

Wenn am übernächsten Samstag, 23. Juni, Jogi Löws Truppe gegen Schweden zu ihrem zweiten Vorrundenspiel antritt, werden die Zuschauer beim Public Viewing im Sportheim kein Elfmeterschießen sehen. Zuvor jedoch können die Besucher des FC Hechingen und der Sportfreunde Sickingen von der Tribüne des Weiherstadions aus diverse Elfmeter sehen. Denn die beiden Fußballvereine, die sich eine zweite Mannschaft teilen, feiern gemeinsam „Schnapszahlenjubiläum“ 111 Jahre FC 07 Hechingen und 55 Jahre Sportfreunde Sickingen.

Die Spieler des FC werden als Schiedsrichter beim Elfmeterturnier fungieren und haben anschließend Feierverbot. Denn bereits einen Tag später könnte für die Weiherkicker das wichtigste Spiel des Jahres in der Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga gegen den FC Winterlingen anstehen. Könnte, denn zuvor müssen sie sich noch gegen den SV Tieringen durchsetzen.

„Der Aufstieg in die Bezirksliga wäre enorm wichtig, damit Hechingen überhaupt mal wieder in der Fußballwelt des Zollernalbkreises wahrgenommen wird. Zur Zeit konzentriert sich alles auf Balingen und Albstadt“, sagt FC-Spielleiter Matthias Zahn. „Derzeit spielen viele Hechinger in Frommern oder Mössingen, weil wir keine A-Jugend und B-Jugend und keine höherklassige Mannschaft haben.“

Das will Zahn ändern. Der gebürtige Magdeburger, den die Liebe nach Hechingen führte,  will bis 2019 wieder eine Jugendspielgemeinschaft aller Hechinger Vereine ins Leben rufen. „Ich habe einen Sponsor, der Geld für Jugendtrainer geben würde. Seine Bedingung ist jedoch, dass alle Hechinger Vereine, also Stetten, Boll, Stein, Weilheim und Sickingen mitmachen“, weiß der 43-jährige. „Das Problem mit Jugendspielgemeinschaften ist immer, dass die Vereine Angst haben, dass die Spieler abgeworben werden“, so Zahn, der selbst die A-Trainerlizenz besitzt.

Diese Ängste seien jedoch unbegründet. „Wo die Spieler hingehen, können die Vereine kaum beeinflussen. Das hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem den Freundschaften an den Schulen. Wir werden jedoch keine Spieler aktiv abwerben“, sagt Zahn. Letztlich habe es sich so entwickelt, dass der FC eine Multi-Kulti-Truppe mit vielen Nationalitäten sei, während in den Teilorten vor allem deutsche Spieler am Ball seien. „Deshalb werden wir häufig beschimpft. Dabei sollten wir eigentlich den Integrationspreis der Stadt erhalten, weil bei uns Türken, Kurden, Griechen und Albaner in einem Team zusammenspielen“, sagt Zahn.

Zur Weltmeisterschaft hat Zahn auch eine Meinung. „Joachim Löw ist einer der wenigen Nationaltrainer, der frei in seinen Entscheidungen ist und dem keiner in die Aufstellungen reinredet. Das ist in Südamerika anders.“ Zahn bedauert, dass der Bundestrainer Leroy Sané aussortiert hat. „Der hat wohl gruppendynamisch nicht gepasst. Aber wenn der Moment kommt und ein Spiel gegen uns läuft, dann wird er bedauern, dass er nicht einen unangepassten Bekloppten hat, den er reinwerfen kann.“

Die deutsche Nationalmannschaft sei erfolgreich, seit sie von den Franzosen und Holländern gelernt habe, sich für Migrantenkinder zu öffnen. Die Kritik an Mesut Özil und Ilkay Gündogan hält er für überzogen: „Die Leute sollen mal in den Spiegel schauen. Wenn so ein mächtiger Mann wie Erdogan auf mich zukommt, und sich mit mir treffen will, dann fühle ich mich zunächst einmal geehrt und es ist schwer, da nein zu sagen.“ Doppelmoral sei, wenn die Kritik an zwei Fußballspielern wegen eines Fotos mit Erdogan größer ist als die Kritik am Verkauf der deutschen Leopard­-2-Panzer, die Erdogan gegen die syrischen Kurden einsetzt. Deshalb sei es richtig, dass Jogi Löw die beiden türkischstämmigen Spieler im Team belassen habe.

Anmeldung zum Elfmeterturnier

Für Teams mit mindestens fünf Spielern an hechingen@mcshape.com mit Teamname, Namen und Telefon aller Spieler. Die Anmeldung gilt, wenn das Startgeld (45 Euro) an das Konto DE81 6535 1260 0134 0231 04, Verwendungszweck: Teamname, eingegangen ist. Der Sieger bekommt 1000 Euro, der zweite Platz 400 Euro und der dritte Platz 200 Euro. Das Turnier beginnt am Samstag, 23. Juni, um 15 Uhr. Am Stadion ist ein Zelt. Dort gibt es Schnitzel, Pommes und Würste. Das Spiel Deutschland-Schweden läuft auf zwei Leinwänden.

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