So nach und nach füllte sich am Fasnetsdienstag der Abschnitt zwischen der Apotheke und der Volksbank auf der Haigerlocher Straße in Rangendingen. Die Narrenzunft Jägi hatte gemeinsam mit den Rangendinger Vereinen und Gruppierungen einen fabelhaften Umzug auf die Beine gestellt, der zahlreiche Schaulustige und närrisch kostümierte Zuschauer, auch mit Regenschirmen ausgestattet, anzog.

Die Rangendinger Familie in Dracula- und Vampir-Kostümen, bestehend aus Papa Frank, Mama Silke sowie den Kindern Selina und Tim, hatte ihren Regenschirm dabei. Es sei der schönste Umzug für Kinder weit und breit, betonte Vater Frank. Daher kämen er und seine Familie jedes Jahr zum Zuschauen hierher.

Nieselregen hält Umzugsbesucher nicht ab

Das Wetter machte um die Mittagszeit auch einigermaßen mit, und es nieselte nur wenig. Doch die Narren sorgten schon dafür, dass den Zuschauern warm ums Herz wurde, während sie als farbenfrohe Umzugsteilnehmer mit teilweise witzig verpackten Botschaften sowie kreativ ausstaffierten Wagen die Haigerlocher Straße der Reihe nach säumten. Für die Bewirtung mit Roter, Hamburger und Heringsweckle war ebenfalls gesorgt.

19 Gruppen laufen mit – Spendensammeln für krebskranke Kinder

Insgesamt liefen 19 Gruppen mit, allen voran die Hauburgband, die sogleich versuchte, den Nieselregen mit dem Lied „Walking on Sunshine“ (Laufen auf dem Sonnenschein) zu vertreiben. Natürlich war auch die Narrenzunft Jägi mit der anmutigen Tanzgarde sowie den verspielten Hexen- und Jägenkindern präsent. Die Jägi-Zunft sammelte mithilfe eines Wagens diesmal um Spenden für krebskranke Kinder. Denn diese hätten die Dreingabe „bitter nötig“, betonte Jägi-Zunftmeister und Umzugsmoderator Hansi Schilling.

Danach folgten: die Original Rangendinger Alemannen und die lebhaften, teilweise buckeligen Mönchsgraben-Hexen, die so manches Späßle mit dem Publikum trieben und dann die Zaungäste mit Konfetti bewarfen. Die Jedermänner, eine bunte Gruppe des Sportvereins Rangendingen, waren als Schotten unterwegs, die sich gegen den Brexit auflehnten. Die Frauen der Damengymnastik, ebenfalls vom Sportverein, liefen als Glücksklee mit.

Zukunft des Stausees ist Thema

Es folgten die Bietenhausener Lumpenkapelle „d‘Schugger“, eine Abordnung der Musikkapelle, sowie die Sängergruppe „Carmina Nova“, die als Schwarzwaldmädels ging und ihre Live-Ständchen zum Besten gaben. Die Umzugsteilnehmer des katholischen Kirchenchors verzückten unter dem Motto „Oriental“ und wedelten graziös mit Tüchern. Der Schützenverein war unter dem Motto „Die Pandas sind los“ mit dabei, die Gymnastikgruppe aus Höfendorf als Frösche mit Prinzessin. Die DLRG-Ortsgruppe brachte die aktuelle lokalpolitische Problematik um den Rangendinger See zur Sprache und fragte: „Stau- oder Badesee: Was bringt die Zukunft?“. Die DLRG hatte auch die humorvolle Erkenntnis parat: „Die Boote bleiben sonst an Land, und die Fische haben Oberhand.“

Dynamische „Superfrauen“ sind unterwegs

Es folgte die Narrenzunft Hart. Der Obst- und Gartenbauverein Rangendingen lief als Pusteblumen mit und blies für das Publikum hübsche Seifenblasen in die Luft. Die bunte Frauengruppe „d’Auneitega“ unter dem Thema: „Trollinger oder Lemberger, dafür mit Bowle?“ war ebenfalls dabei. Und die Krabbelgruppe mit ihren Superwomans hörte man schon von Weitem an ihren dynamischen Formationserprobungen; der Sängerbund Rangendingen feierte als „Karneval in Venedig“, und die Hauburgband sowie die Narrenzunft Jägi rundeten den wunderbaren Umzug ab. Danach war noch lange nicht Schluss, bis in die Abendstunden wurde ausgelassen in der Festhalle gefeiert.

Versteigerung für guten Zweck

Nicht nur mit dem Spendenwagen wurde während des Umzugs für den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen gesammelt, sondern auch bei der Baumversteigerung am Abend, die für Jägis ein Begräbnis der Fasnet ist, war für diesen guten Zweck bestimmt. Das ließen sich die Umzugszuschauer nicht zwei Mal sagen und warfen den ein oder anderen Groschen in die Beutel.

19


Gruppen sind 2020 beim Umzug der Rangendinger Vereine mitgelaufen. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren ein annähernd stabiler Wert, so Jägi-Zunftmeister Hansi Schilling.