Kirche Evangelische Predigtreihe über die vier „soli“

Nur durch die Bibel erfahren die Menschen etwas über Gott – glauben die Protestanten.
Nur durch die Bibel erfahren die Menschen etwas über Gott – glauben die Protestanten. © Foto: epd
HZ 07.10.2017

Im Rahmen des Reformationsjubiläums wird es im Oktober in den evangelischen Kirchengemeinden
Hechingen (mit Jungingen) und Rangendingen eine Predigtreihe zu den sogenannten vier „soli“
geben.

„Solus“ heißt „ausschließlich“

„Soli“ hat hier nichts mit dem Solidaritätsbeitrag zu tun, den alle deutschen Steuerzahler an das Finanzamt entrichten. „Soli“ ist der Plural des lateinischen Wortes „solus“. Es bedeute so viel wie „nur“, „ausschließlich“ oder „allein“. Die vier „soli“ gelten als knappe Zusammenfassung grundlegender Einsichten der Reformatoren wie etwa Martin Luther und Johannes Calvin und der reformatorischen Bewegung insgesamt. Man könnte die vier „soli“ als so etwas wie das Glaubensbekenntnis der Reformation bezeichnen.

Das erste „solus“ lautet „sola scriptura“ – „ausschließlich die Schrift“. Nur durch die Bibel erfahren Menschen etwas von Gott. Die Bibel ist die einzige Quelle und Argumentationsgrundlage für Fragen des Glaubens und des Lebens als Christ oder Christin. Das zweite „solus“ lautet „solus Christus“. Nur durch Jesus Christus haben Menschen Zugang zu Gott, allein durch ihn sind sie mit Gott versöhnt und leben mit ihm im Frieden. Jesus allein gibt den Menschen zu verstehen, wer und wie Gott ist.

Das dritte „solus“ heißt „sola fide“ – „allein durch den Glauben“. Durch den Glauben an, durch das Vertrauen zu Gott ist ein Mensch an Gott gebunden und mit ihm verbunden.

Schließlich und endlich ist es „allein (Gottes) Gnade“ – „sola gratia“, die den Menschen Gott recht sein lässt. Er kann nichts aus eigener Kraft tun, um Gott recht zu sein, sondern muss sich alles von Gott gefallen lassen.

Heute Start in Jungingen

Die Reihe startet am heutigen Samstag, 7. Oktober, um 19 Uhr im Junginger Gemeindehaus, wo Pfarrer Frank Steiner zum Thema „sola scriptura“ predigt. Am morgigen Sonntag, 8. Oktober, tut er dasselbe um 10 Uhr in der Hechinger Johanneskirche.

Pfarrer Horst Jungbauer behandelt morgen um 9.30 Uhr in der Rangendinger Klosterkirche und um 11 Uhr in der Sickinger Kirche St. Antonius das Thema „solus christus“. Weiter geht es am kommenden Sonntag, 15. Oktober, um 9 Uhr im Junginger Gemeindehaus und um 10 Uhr in der Hechinger Johanneskirche, jeweils mit Pfarrer Jungbauer und „solus christus“. Pfarrer Steiner predigt am 15. Oktober um 9.30 Uhr in der Rangendinger Klosterkirche über „sola scriptura“.

Am Samstag, 21. Oktober, um 19 Uhr steigt der Tübinger Theologe Prof. Dr. Jürgen Kampmann in den Ring. Um 19 Uhr predigt er im Junginger Gemeindehaus über „sola gratia“. Am nächsten Morgen, Sonntag, 22. Oktober, behandelt Kampmann um 10 Uhr in der Hechinger Johanneskirche ebenfalls die Gnade Gottes. Frank Steiner spricht an diesem Tag um 11 Uhr in Sickingen über „sola scriptura“.

Das Finale der Predigtreihe gibt es am ersten Novemberwochenende. Pfarrer Herbert Würth predigt dreimal zum Thema „sola fide“ (allein durch den Glauben) – und zwar zunächst am Samstag, 4. November, um 19 Uhr in der Rangendinger Klosterkirche, dann am Sonntag, 5. November, um 9 Uhr im Junginger Gemeindehaus und schließlich um 10 Uhr in der Hechinger Johanneskirche.