Rangendingen Erzbischof feiert mit dem Kirchenchor

Rangendingen / Von Diana Maute 24.06.2018
Mit einem von Erzbischof Stephan Burger zelebrierten Pontifikalamt beging der Kirchenchor Rangendingen sein Jubiläum.

Seit 300 Jahren wird hier zu Ehren Gottes Musik gemacht. Musik, die aus der tiefsten Seele kommt, um Gott zu danken, ihn zu loben und zu preisen.“ Diese Worte, die der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in seiner Predigt an die zahlreichen Besucher des Festgottesdienstes in der St. Galluskirche richtete, drücken genau das aus, was den Rangendinger Kirchenchor auszeichnet: Frauen und Männer erheben hier seit drei Jahrhunderten ihre Stimmen zum Lobpreis des Herrn. Beim Pontifikalamt anlässlich dieses besonderen Jubiläums machten sich die Sängerinnen und Sänger selbst das größte Geschenk: Unter dem Dirigat von Rosemarie Schoder, der die musikalische Gesamtleitung oblag, lieferte der Chor eine beeindruckende Leistung ab und begeisterte mit Gesang, der den Zuhörern mitten ins Herz ging.

Unterstützt durch die Sopranistinnen Min Jung und Jacinta Pereira sowie zwölf Gastsänger, interpretierten die 27 Mitglieder des Kirchenchors unter anderem die „Missa brevis in F“ von Joseph Haydn, Henry Purcels „Lobt den Herrn der Welt“ und von Johann Sebastian Bach „Wohl mir, dass ich Jesum habe.“ Zur Begleitung spielten Trompeter Jürgen Frey und das Hechinger Kammerorchester auf; an der Orgel musizierte Matthias Heid.

Das zweite große Geschenk, über das sich die Rangendinger zum Jubiläum freuen durften, war nicht weniger besonders: Erzbischof Stephan Burger reiste eigens aus Freiburg an, um den Festgottesdienst zu zelebrieren. „Der Nachfolger der Apostel kommt und bricht mit uns das Brot – das ist eine besondere Ehre“, betonte Pater Artur Schreiber und erinnerte daran, dass der letzte Besuch eines Erzbischofs in Rangendingen bereits 33 Jahre zurückliege.

Im Vergleich mit der Zeit, in der die „musica sacra“ in Rangendingen gepflegt wird, sind drei Jahrzehnte jedoch fast nichts.

„Seit 300 Jahren werden hier über die Musik und den Chorgesang Bereiche berührt, die jenseits des Verstandes liegen“, unterstrich der Erzbischof in seiner Predigt. Musik sei in der Lage, Empfindungen ausdrücken, die nicht in Worte zu fassen seien. Die Kirchenmusik bezeichnete er als „Brückenschlag in eine andere Welt hinein“, die eine Atmosphäre des Ewigen schaffe: „Herz und Verstand sollen auf diese Weise sensibel werden für das Größere, für den Größeren, für Gott.“

Besonders persönliche Worte richtete der Erzbischof an die Sänger und Musiker: „Sie helfen als Musizierende mit, die Frohbotschaft den Menschen nahe zu bringen. Auf Ihre Weise tragen Sie dazu bei, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden.“ Denn Musik besitze die besondere Kraft, das Herz für das Göttliche, für die Begegnung mit Gott zu öffnen. Sie helfe mit, dass sich Menschen Gott neu annähern könnten, „dass sie empfänglich werden für die Größe und Weite irdischer Existenz, die über diese Welt hinausweist“. So ermögliche Musik Bekehrung und Hinwendung zu Gott. Diese müsse sich allerdings bewähren, sagte der Erzbischof: „Denn wenn die letzten Takte verklungen sind, der Nachhall sich verflüchtigt, so bleibt doch die Empfindung und die Mahnung, das Erlebte nicht folgenlos zu lassen.“

Allen Sängerinnen und Sängern sprach er seinen Dank für ihr Engagement aus: „Ich wünsche Ihnen hier in Rangendingen, dass weiterhin viele der Berufung zum Chorgesang folgen, damit auch in den kommenden Jahren, Jahrhunderten, das Lob Gottes nicht verstumme.“

Pfarrer Dilger gratuliert in gereimter Form

Im Anschluss an den Festgottesdienst war zum Stehempfang im Gemeindehaus geladen, wo die Vorsitzende des Kirchenchors, Margret Stehle, den Erzbischof und die zahlreichen Gäste begrüßte. Dekanatspräses Pfarrer i. R. Norbert Dilger gratulierte mit einem Vortrag in gereimter Form.

Grußworte sprachen auch Pfarradministrator Pater Artur Schreiber, Rangendingens Bürgermeister Johann Widmaier, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Ronald Höllich und Manfred Beiter als Vertreter der Rangendinger Vereine. Für Musik sorgten die Sängerinnen des Chors Carmina Nova.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel