Rangendingen Erster Einsatz für Felix Fäller: Großbrand

Felix Fäller hat sich die Feuerwehr vor eineinhalb Jahren angeschaut – und ist dabei geblieben. An Silvester hatte er seinen ersten Einsatz: den Großbrand in der Beethovenstraße.
Felix Fäller hat sich die Feuerwehr vor eineinhalb Jahren angeschaut – und ist dabei geblieben. An Silvester hatte er seinen ersten Einsatz: den Großbrand in der Beethovenstraße. © Foto: Andrea Spatzal
Rangendingen / Andrea Spatzal 13.02.2018
Felix Fäller aus Höfendorf ist ein idealtypisches Beispiel für einen jungen und begeisterungsfähigen Feuerwehrmann.

Nachwuchskräfte wie Felix Fäller hätte jede Feuerwehrabteilung gern in ihren Reihen. „Geangelt“ hat sich den 19-jährigen Höfendorfer die Feuerwehr Rangendingen, und zwar bei einem Werbeabend vor eineinhalb Jahren in Höfendorf. Auf einen ähnlich guten Fang hofft die Feuerwehr beim diesjährigen Werbeabend am kommenden Samstag 17. Februar, in Bietenhausen.

„So muss es laufen“, sagt Organisator Siegfried Grupp von der Feuerwehrabteilung Höfendorf. Grupp, der auch auf Kreisebene als Ausbilder tätig ist, hatte damals einige potenzielle Kandidaten gezielt angesprochen und sie zu dem Werbeabend eingeladen. Dazu zählte auch Felix Fäller. Zusammen mit zwei Freunden besuchte er den „Schnupperabend“ im Höfendorfer Feuerwehrhaus und hat sprichwörtlich sofort „Feuer gefangen“. „Es hat mir von der ersten Probe an Spaß gemacht“, sagt der  19-Jährige rückblickend. Auch seine beiden Freunde sind dabei geblieben. Fäller und seine Kumpels wussten schon damals, dass die personelle Situation der Feuerwehren, auch in ihrem Heimatort Höfendorf, „brenzlig“ ist.

Inzwischen haben die jungen Männer ihre Grundausbildung absolviert. Ein „knackiges Programm“, wie Kommandant Christian Hermann sagt. Rund 300 Stunden müssten in den ersten drei Feuerwehrjahren investiert werden.

Felix Fäller hat die Grundausbildung und den Erste-Hilfe-Kurs sowie die Sprechfunkausbildung in der Tasche, macht jetzt den Lastwagenführerschein, und zwar auf Kosten der Gemeinde. Der gesponserte Führerschein gelte als „kleiner Anreiz“ für den Freiwilligendienst, sagt Kommandant Hermann. Felix Fäller bestätigt, dass der Lkw-Führerschein ein Anreiz für ihn war, und er sich auf die Fahrstunden freut. Was  ihn am Feuerwehrwesen am meisten begeistere, sei die Technik, speziell die Gerätewartung, sagt der angehende Mechatroniker. Die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger, die Vorbereitung und Prüfung für das erste von drei Leistungsabzeichen, der Maschinistenlehrgang und die Ausbildungen zum Truppmann (II) und zum Truppführer stehen dem 19-jährigen Höfendorfer noch bevor.

Aber seine „Feuertaufe“ als vollwertiger Feuerwehrmann hat der 19-Jährige schon hinter sich: Nur zwei Monate nach Abschluss seiner Grundausbildung ging sein Alarm los. Das war in der Silvesternacht.  Felix Fäller war einer der 60 Feuerwehrmänner, die den Großbrand in der Beethovenstraße bekämpften, gottseidank keine eingeschlossenen Menschen, aber hilflose Hunde aus dem lichterloh brennenden Holzhaus retten mussten. „Das war Adrenalin pur“, schildert der 19-Jährige seinen ersten Einsatz, den er sicher nie vergessen werde. „Aber ich hatte einen erfahrenen Feuerwehrmann an meiner Seite“, sagt Felix Fäller. Das war Alexander Eger. Der Zusammenhalt und die Kameradschaft in der  Feuerwehr, sagt Fäller, seien mit ein Grund, warum er gern bei der Truppe sei. „Alle waren von Anfang an nett und aufgeschlossen.“

Die Feuerwehr hat viele Gesichter

Die Werbeaktion der Feuerwehr Rangendingen wird von der HZ mit einer Artikelserie begleitet, in der vier aktive Feuerwehrmitglieder mit ganz unterschiedlichen Biografien vorgestellt werden: Matthias Wiest (34), Hanna Gnant (26), Felix Fäller (19) und Usman Minhas (18). Sie schildern ihren Werdegang und ihren Blick auf die Feuerwehr. In einem weiteren Teil der Serie erklären Kommandant Armin Hipp und Vize-Kommandant Siegfried Grupp von der Feuerwehrabteilung Höfendorf mit Löschgruppe Bietenhausen Details zum Infotag am 17. Februar und zur Ausbildung.

Dank für überwältigende Solidarität

Als „unglaublich“ bezeichnet Rangendingens Feuerwehrkommandant Christian Hermann die Anzahl der Menschen aus nah und fern, die  dem Spendenaufruf der Freiwilligen Feuerwehr Rangendingen, der bürgerlichen Gemeinde Rangendingen, der katholischen Seelsorgeeinheit Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen und der evangelischen Kirchengemeinde Rangendingen gefolgt sind. Für die junge Familie, die in der Silvesternacht durch einen unverschuldeten Brand ihr Zuhause verloren hat, sind unzählige Sachspenden eingegangen. In einem von Johann Widmaier, Pfarrer Frank Steiner, Pater Arthur Schreiber und Feuerwehrkommandant  Christian Hermann unterzeichneten Dankesschreiben heißt es: „Die große Hilfsbereitschaft vieler Menschen in Rangendingen hilft der betroffenen Familie nicht nur in ihrer akuten Notlage, sondern ist auch ein Zeichen der Solidarität und der Verbundenheit innerhalb Rangendingens. Wir danken Ihnen von daher für Ihr Zeichen, das Sie mit Ihrer Spende gesetzt haben.“

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