Nach vielen stressigen und arbeitsintensiven Monaten, gar Jahren, können die Höfendorfer Schützen wieder nach vorne blicken. Das neue Schützenhaus steht, und die Arbeiten sind vollständig abgeschlossen. Was für viele Menschen Langeweile bedeutet, ist für die Höfendorfer wohl das schönste Gefühl: endlich wieder Alltag. Der Neubau ist seit Samstag offiziell eingeweiht und eröffnet.

Nach dem verheerenden Brand am 7. Dezember 2013 stand lange die Existenz des Vereins auf dem Spiel. „Wie oft haben wir zusammengesessen und gegrübelt, wie es weitergeht? Viele Male haben wir die Pläne wieder über den Haufen geworfen. Dass wir jetzt hier stehen und die Eröffnung feiern können, macht mich stolz“, gab der Vorsitzende für den Bereich Wirtschaft, Harald Bisplinghoff, in seiner Eröffnungsrede die Gemütslage der letzten Jahre preis.

Mit kleineren Veranstaltungen, wie etwa einem Schwäbischen Sonntag, tasteten sich die Schützen an die große Eröffnung heran. Vor Wochenfrist wurden die letzten Arbeiten um das Schützenhaus abgeschlossen, und so konnte Pater Artur Schreiber am Samstagnachmittag den Einweihungssegen aussprechen. Nach dem Sektempfang auf der Terrasse ging der Geistliche mit den Vereinsverantwortlichen durch alle Räume des Hauses und segnete diese. Auch Petrus sparte am Weihwasser nicht. Pünktlich zu Veranstaltungsbeginn begann es kräftig zu regnen.

Im schön gestalteten Wirtschaftsbereich begrüßte Harald Bisplinghoff die in großer Anzahl gekommen Gäste. Er gab einen Rückblick auf die vielen Jahrzehnte des Vereinslebens vor dem Brand und die ungewisse Zeit nach dem verheerenden Anschlag. Vor allem dankte Bisplinghoff den treuen und fleißigen Mitgliedern, die den Verein über die Jahre ohne Heim am Leben gehalten haben. Dank der Gastfreundschaft des Schützenvereins Stetten bei Haigerloch konnte sogar der Schießbetrieb aufrechterhalten werden. Am Ende war das dortige Schützenhaus den Höfendorfern wie ein zweites Zuhause; man verfügte sogar über einen eigenen Schlüssel. Jedoch wurde nicht nur aus Stetten Hilfe angeboten, sondern von allen umliegenden Vereinen. „Ein gutes Gefühl, sich in so einer Situation an die Kollegen wenden zu können“, freute sich der Vorsitzende über den Rückhalt.

Apropos Schlüssel: Das örtliche Bauunternehmen Fahrner Wohnkonzept übergab in Person von Geschäftsführer Klaus Fahrner symbolisch einen überdimensional großen Hefezopf-Schlüssel. Das Unternehmen war hauptverantwortlich für die Planung und Umsetzung des Bauvorhabens. Aufgrund der ganzen Anstrengungen und großzügiger Abrechnungen galten Bisplinghoffs Dankesworte besonders Klaus Fahrner und seinem Team sowie der Flaschnerei Heck, die ebenfalls nur das Nötigste in Rechnung stellte.

Die weiteren Ehrengäste stimmten in die emotionalen Begrüßungsworte ein. Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange lobte den Zusammenhalt der Schützenvereine und besonders den der Höfendorfer Schützen. Man sei Gegenwind ja gelegentlich gewohnt und wisse damit umzugehen, jedoch sei das Geschaffene ein Paradebeispiel für den Begriff der „Schützenfamilie“ – auch wenn man auf diese Beweislast und den Vorfall gerne verzichtet hätte.

Bürgermeister Johann Widmaier lobte, dass man auch aufgrund der erfolgreichen und wichtigen Jugendarbeit niemals den Kopf in den Sand gesteckt habe. Ortsvorsteher Gerd Beiter, vor und nach dem Brand selbst Vorstand des Schützenvereins Höfendorf, überreichte ein Uraltbild der Gründungsmitglieder des Vereins. Eigentlich beim Brand verloren gegangen, wurde ein weiteres Exemplar des Bildes von einem verstorbenen Ehrenmitglied des Vereins an das Gemeindearchiv vererbt und nun an den Schützenverein übergeben.

Untermalt von Klängen der Höfendorfer Musikkapelle überreichte der Patenverein aus Rangendingen ein Gemälde des Rangendinger Künstlers Josef Haug. Die Schützen der jährlich ausgetragenen Freundschaftsrunde aus Isenburg/Betra hatten symbolische Geschenke, unter anderem ein Ruhekissen für eine nun hoffentlich einkehrende Zeit ruhigen Vereinslebens mit dabei.

Alleinunterhalter Benny Baur sorgte für einen unterhaltsamen  Festausklang.