Hechingen Endgültig: Keine Rettung für die Blutbuchen

Drüber reden konnte der Gemeinderat am Mittwoch ausführlich. Dass die Blutbuchen aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, hat die Stadt nach dem jüngsten Gutachten bereits entschieden.
Drüber reden konnte der Gemeinderat am Mittwoch ausführlich. Dass die Blutbuchen aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen, hat die Stadt nach dem jüngsten Gutachten bereits entschieden. © Foto: Ernst Klett
Hechingen / Hardy Kromer 26.09.2018
Trotz Widerreden aus dem Gemeinderat: Bürgermeister Hahn lässt sich Verantwortung für Verkehrssicherheit nicht nehmen.

Wer auf wundersame Wendungen gehofft hatte, darf getrost enttäuscht sein. Seit Donnerstagabend steht noch fester als zuvor: Die beiden Blutbuchen am Obertorplatz werden umgesägt. „Anfang November“, sagte Bürgermeister Philipp Hahn, und zwar nach vorheriger öffentlicher Ankündigung des Termins.

Vor dem Gemeinderat machte der Rathauschef sofort klar, dass er eine Abstimmung über die umstrittene Baumfällung nicht zulassen werde. Hahn vertrat die Auffassung, es sei ganz klar in seiner gesetzlichen Zuständigkeit, die Verkehrssicherungspflicht auszuüben. Und nach dem jüngsten Gutachten, das der Sachverständige Peter Klug im Auftrag der Stadt anfertigte, sei er „nicht bereit, die Haftung zu tragen“. Allen, die an seiner alleinigen Zuständigkeit zweifelten, empfahl er den Gang zum Kommunalamt.

Den strebt aber offenbar niemand an. Auch nicht der Freie Wähler Rolf Ege, der in der Sitzung die Widerrede zum Referat des persönlich anwesenden Gutachters führte. Ege bezweifelte, dass den vom Brandkrustenpilz befallenen Blutbuchen ein Umfallen innerhalb von zwei Monaten drohe, wie es Peter Klug für möglich erklärt hatte. Erst am vergangenen Sonntag, so Ege, habe ein Sturm von seltener Heftigkeit gewütet. 150 Meter entfernt, beim Kriegerdenkmal, sei ein Baum gefällt worden. Die Blutbuchen dagegen stünden. Er wollte deshalb den Antrag stellen, man möge prüfen, ob die Bäume nicht durch „technische Stützmaßnahmen“ dauerhaft zu sichern seien. Doch auch diesen Antrag ließ Hahn nicht zu. Begründung: siehe oben.

„Schlimm, dass die Bäume fallen müssen“, waren sich Almut Petersen (Bunte Liste) und Dr. Regina Heneka (CDU) einig. Aber sie sahen ein, dass dem Gutachten nicht beizukommen sei. Ihr starker gemeinsamer Wunsch: neue, stattliche Bäume pflanzen – und zwar auf einem Platz, der so gestaltet ist, dass diese auch wachsen können.

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