Nach Gruol stand am Montagabend nun auch in Hart als wichtiges Thema der Kindergarten an. Im Gegensatz zum größten Stadtteil Haigerlochs handelt es sich im kleinsten Teilort nicht nur um einen zusätzlichen Raum in einem kirchlichen Kindergarten, sondern um die Reaktivierung der gesamten kommunalen Betreuungseinrichtung.

Waldkindergarten nach wie vor beliebt

Zwar gibt es in Hart den gesamtstädtischen Waldkindergarten, den fünf Kinder aus Hart besuchen. Diese Eltern wollen ihre Kinder auch dort belassen. Der Wunsch der übrigen Eltern aus Hart und des Ortschaftsrats geht aber in die Richtung, den früheren Kindergarten bei der Ortschaftsverwaltung so zu sanieren, dass der möglichst wieder für zwei Gruppen nutzbar ist.
Eltern in Hart haben in ihrem Stadtteil den Bedarf nach Betreuungsplätzen in einem Regelkindergarten in den Räumen in der Tannwaldstraße abgefragt. Sarah Junker trug in Vertretung von fünf anwesenden Müttern das Ergebnis im Ortschaftsrat vor. So melden derzeit konkret 15 Eltern für ihre Kinder aus den Jahrgängen 2019 und 2020 den Bedarf an 15 Betreuungsplätzen an. Rechnet man geplante Geburten für 2021 hinzu, sind es sogar 21 Plätze. Von den 15 Kindern bedürften aktuell acht eine Betreuung für Unter-Dreijährige. Weitere Eltern hätten Interesse an einem Platz im Regelkindergarten mit einzelnen Tagen im Wald.

Viele Kinder gehen in Höfendorf in die Kita

Darauf hingewiesen wurde von der Vertreterin der Eltern, dass derzeit zehn Kinder aus Hart den Kindergarten in Höfendorf besuchen und das künftige Baugebiet den Bedarf an Betreuungsplätzen im Ort weiter steigern wird. Vorgebracht wurde, möglichst auf eine zeitnahe Wiedereröffnung des alten Kindergartens, eventuell schon im September/November 2021 oder spätestens im Herbst 2022 hinzuarbeiten. Zusätzlich kam die Anregung, einen Kindergarten mit verlängerten Öffnungszeiten einzurichten, vergleichbar mit anderen Kindergärten in der Gesamtstadt, oder eventuell ein Baustein-System, ähnlich wie in Trillfingen, anzubieten. Des Weiteren wurde der Stadt empfohlen, „mehr Kommunikation mit den Eltern zu pflegen“.

Sanierung und Umbau der Räume würde 400 000 Euro kosten

Ortsvorsteher Thomas Bieger dankte für das Meinungsbild aus der Bevölkerung und bestätigte, dass Räumlichkeiten für den Kindergarten in Hart vorhanden sind, aber diese derzeit ohne Umbau und Sanierung nicht genutzt werden können.
Dies sei auch dem Gemeinderat bekannt, der sich erst im November vergangenen Jahres mit der Kindergartenplanung innerhalb der Stadt für die nächsten Jahre unterhalten, aber noch keine Grundsatzentscheidung getroffen habe.
Die Sanierung des Kindergartens im Untergeschoss der Ortschaftsverwaltung nach einem Wasserschaden bezifferte der Ortsvorsteher auf 118 000 Euro. Für den Ausbau für zwei Gruppen einschließlich der Sanierung der WC-Anlagen wurden Kosten von 400 000 Euro genannt. Im Haushalt 2021 sind für den Ausbau von Kindergärten nur 350 000 Euro und bis 2024 insgesamt 2,0 Millionen Euro ausgewiesen.
Bieger bestätigte, dass die Kinder im Waldkindergarten auf alle Fälle von April bis Oktober im Wald verbringen und bei schlechter Witterung im Winter in Räumen in der Tannwaldstraße untergebracht sind. Auch der Ortschaftsrat würde es begrüßen, wenn die vorhandenen Räume wegen des Bedarfs in Hart wieder reaktiviert werden könnten. Dies sei finanziell auch die günstigste Lösung. Die Räumlichkeiten seien derzeit in einer Art Rohbauzustand. Deshalb könnte man sofort loslegen. Ob schließlich wieder zwei Gruppen eingerichtet werden könnten, sei eine Frage des Raumkonzepts.

Anliegen der Eltern wird dem Gemeinderat übermittelt

Ortschaftsrat Michael Schill freute sich über die von den Eltern vorgenommene Bestandserhebung  und die damit verbundenen konkreten Zahlen. Auch Holger Klingler unterstützte diesen Vorstoß, der nun in einer Debatte auch zeitnah im Gemeinderat vorgebracht werden sollte.
Einstimmig einigte sich das Gremium in Hart, dem Gemeinderat zu empfehlen, sich für eine zeitnahe Instandsetzung und den Ausbau der alten Kindergartenräume für zwei Gruppen einzusetzen.

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