Vorsicht! Wenn das Knöllchen-Duo vom Hechinger Rathaus heranrollt, geschieht dies komplett lautlos – vom Geräusch der Reifen mal abgesehen. Der städtische Vollzugsdienst kontrolliert die Falschparker im E-Golf. Ob sie nun wollen oder sollen: Kommunen und Behörden sind Vorreiter beim Kauf von Elektrofahrzeugen. Das hilft dem Image von der Stadt als Klimaschützer, nagt allerdings deutlich am Barvermögen: Einen Elektro-Golf gibt’s in der Regel nicht für unter 35 000 Euro. Neben dem Knöllchen-VW der Stadtverwaltung fallen in Hechingen insbesondere die zahlreichen E-Autos der Firma Baxter auf. Hier und da sichtet man noch einen dieser knuffigen E-Renaults, und sogar ein Riesen-SUV mit HCH, der an die Stromtanke muss, ist schon gesehen worden. Das war’s dann aber.

Wir sind ein Landkreis

Aber nur keine Sorge. Hechingen ist ganz im Zollernalb-Trend. Am 31. Dezember 2018, so hat das Landratsamt der HZ vermeldet, waren insgesamt nur 298 Elektroautos im Landkreis gemeldet. Das sind 0,15 Prozent vom gesamten Fahrzeugbestand. Und der lag vor vier Monaten bei beachtlichen 130 022 Personenkraftwagen. Aber die Kurve bei der Sparte „Elektro“ zeigt steil nach oben: Ende 2016 waren 76 batteriebetriebene Wagen registriert, ein Jahr später waren es schon 123. In Prozenten ausgedrückt: von 0,06 auf besagte 0,15.

Nimmt man die Übermacht von Benzinern und Dieseln zum Vergleich, macht man sich allerdings so seine Gedanken über die Beliebtheit von E-Wägelchen auf dem flachen und steilen Land. Ende 2018 waren 84 886 Benziner gemeldet (65,2 Prozent) und 44 011 Diesel (33,8). Zwei Jahre zuvor, als noch knapp 126 000 Autos mit HCH oder BL zugelassen waren, lag der Anteil der Benziner bei 64,2 Prozent (80 903) und der Diesel bei 35,3 Prozent (44 523).

Den Abgasbeschiss, Fahrverbote und die damit verbundene Abkehr vom Selbstzünder merkt man insbesondere bei den Neuzulassungen. Da sank der Diesel­anteil binnen zweier Jahre von 41,7 auf nur noch 28,5 Prozent. In Zahlen: 2016 sind 2760 Diesel neu zugelassen worden im Zollernalbkreis, 2018 waren es 2079. Die Benziner kletterten von 3749 (56,6 Prozent) auf 4879 (66,9).

Bei den Neuzulassungen schaut es prozentual etwas besser aus für die Elektroautos als bei den Gesamtzahlen. Im zurückliegenden Jahr sind 86 E-Fahrzeuge neu angemeldet worden (1,18 Prozent), im Jahr 2017 waren es 47 (0,67), und 2016 registrierte das Landratsamt 19 erstmals zugelassene Batterieantriebler (0,28).

Auch mehr Hybrid-Autos

Der Preis ist ein Argument, sich den Kauf eines E-Autos gut zu überlegen. Die Reichweite ist ein weiteres, vielleicht sogar gewichtigeres. Eine Alternative können die Hybridfahrzeuge sein, die elektrisch und mit Sprit fahren. Dass die aber ebenfalls nicht gerade kostengünstig zu haben sind, sieht man an den Zulassungszahlen: 2018 waren 798 Hybridler im Zollernalbkreis vermerkt (0,6 Prozent), 2016 waren es 371 (0,2). Neu zugelassen wurden im vergangenen Jahr 236 Hybrid-Fahrzeuge (3,2 Prozent).

Erstaunlich konstant bleiben die mit Erdgas befeuerten Autos: Seit 2016 sind 117 gemeldet.

HCH und BL ziemlich ähnlich wie TÜ


Vergleich So gern manchmal auch die durchaus vorhandenen Kontraste zwischen den Nachbarlandkreisen Zollernalb und Tübingen bemüht werden: Die geringe Beliebtheit von Elektroautos ist beiden gleich. Im zurückliegenden Jahr haben die Tübinger 306 E-Fahrzeuge registriert gehabt, das sind umgerechnet 0,2 Prozent von allen und nicht weit weg von den 0,15 Prozent der Zollern­älbler. Exakt 122 743 Personenkraftwagen waren im Nachbarlandkreis im Jahr 2018 vermerkt gewesen.

Mehr TÜ-Diesel Am Neckar und an der Steinlach mag man Diesel mehr als im südlich gelegenen Landkreis. Mit TÜ am Kennzeichen waren 42 617 Selbstzünder unterwegs, das sind 34,7 Prozent und mehr als die 33,8 Prozent im Zollernalbkreis.